Gmünd

Erstellt am 18. Januar 2017, 04:37

von Markus Lohninger

Falschmeldung: Kein Obdachloser friert!. Vizebürgermeister dementiert Sager über erfrierende Obdachlose und Flüchtlinge im Warmen klar. Gmünd erhält Geld für Flüchtlinge. Begegnungs-Café übersiedelte.

     |  APA (dpa)

Positive Nachrichten für die Stadt Gmünd, die mit etwa 300 Flüchtlingen in der Hinsicht klar führend im Waldviertel ist. Nach Auskunft von ÖVP- Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner werden heuer im Rahmen des Finanzausgleichs 6,1 Millionen Euro für Mehraufwände zur Betreuung und Integration an Gemeinden in Niederösterreich ausgeschüttet. Pro Flüchtling sollen, wie NÖ-Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl (ÖVP) vorrechnete, als Einmalzahlung etwa 400 Euro in die Gemeindekassen fließen. Gmünd müsste nach dieser Rechnung einen sechsstelligen Betrag erhalten.

„Ich weiß das aber bisher nur aus der Zeitung, bin noch etwas skeptisch, ob die Ankündigung auch wirklich umgesetzt wird“, sagt Finanz-Stadtrat und Vizebürgermeister Hubert Hauer (AfG). Wenn der Aufwand zumindest teilweise abgegolten werde, dann sei das in jedem Fall fair und positiv.

"In Gmünd gibt es keinen einzigen Obdachlosen!"

Entschieden dementieren will der Vizebürgermeister jedoch die von einem Gmünder via Facebook verbreitete Falschmeldung, wonach „unsere Obdachlosen“ auf der Straße erfrieren würden, während Asylwerber im Warmen sitzen könnten. Hauer: „In Gmünd gibt es keinen einzigen Obdachlosen! Vor einigen Jahren hatten wir einmal einen aus einem anderen Bundesland zugereisten Obdachlosen – derzeit bekommt aber jeder, der eine warme Wohnung benötigt, von der Stadtgemeinde eine zugewiesen. Das geschilderte Problem existiert absolut nicht.“

Die Flüchtlinge selbst, die bei den jeden zweiten und vierten Freitag im Monat (14-17 Uhr) stattfindenden Begegnungs-Cafés im ehemaligen Bobbin-Bürohaus zuletzt mangels funktionierender Heizung sehr wohl gefroren hatten, übersiedelten mit 13. Jänner übrigens für einige Wochen ins Erdgeschoß der Allgemeinen Sonderschule (früher Volksschule II).

Austausch Volksschule mit Hilfs-Initiative

In diesem „Winterquartier“ in einem Klassenraum, Küche, Gang und der von Sonderschülern extra bunt gestalteten Aula tummelten sich in den drei Stunden an die 70 neue oder vor

übergehende Gmünder, etliche Helfer und Besucher, die eben auf ein Tässchen Kaffee vorbei schauten. „Ich danke der Sonderschulgemeinde dafür, dass wir hier sein dürfen“, sagte Ingrid Müllner von der Initiative „Gmünd hilft“. Auch dem Schulwart Christoph Binder, der die anfallende Arbeit erledigt, dankt sie – und vor allem der Sonderschul-Lehrerin Susanne Binder, die von der Kälte im früheren Gebäude erfahren hatte und dann den Kontakt zwischen Helfern und Schule herstellte.

Auch Volksschul-Direktorin Beatrix Skoll schaute am Freitag an ihrer ehemaligen Wirkungsstätte vorbei. Etwa zwei Dutzend Flüchtlingskinder besuchen derzeit die Volksschule in der Gmünder Altstadt. Sieben davon haben dank des Zusammenwirkens mit „Gmünd hilft“ vor wenigen Tagen die Radfahrprüfung erfolgreich abgelegt.

Skoll war über Flüchtlingskinder mit teils eigenen Bedürfnissen in Kontakt mit dem Netzwerk gekommen, sagt sie: „Die Helfer unterstützen uns sehr, die Zusammenarbeit hat sich gut entwickelt.“ Inzwischen ist sie selbst immer wieder beim Begegnungs-Café anzutreffen.