Glasfaser-Koloss vor Baustart: Monsterplan wird konkret. 80m breit, 23m hoch: Produktion für Glas-Rohmasse durchläuft letzte Prüfung. Baubeginn für April denkbar. Kosten auf „fast 50 Millionen Euro“ gewachsen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 31. Januar 2019 (04:29)
Lohninger
NBG-CEO Karl Bauer fiebert dem Startschuss vor den Toren Gmünds entgegen.

Etwas ruhig geworden ist es in der Öffentlichkeit um die 2017 via NÖN an die Öffentlichkeit gegangenen, millionenschweren Baupläne eines Teams um NBG-CEO Karl Bauer für ein Werk zur Herstellung von Glasfaser-Rohmasse in Gmünd. Jetzt biegen die intensiven Vorarbeiten jedoch in die Zielgerade, wie Bauer auf NÖN-Nachfrage sagt.

Die Behördenverfahren wurden soeben positiv abgewickelt. Vorläufige Bewilligungen liegen genauso vor wie Betriebsgenehmigungen – dem Vernehmen nach mit annähernd 135 zu erfüllenden Auflagen. Mittlerweile ist, wie Karl Bauer sagt, die finale „Due-Diligence-Prüfung“ zur Finanzierung des Mega-Projektes mit Beteiligung eines großen österreichischen Investors im Laufen, das Projekt könne noch jede denkbare Wende nehmen. Aber: „Ich bin zuversichtlich und hoffe, dass gegen Mitte März alles unter Dach und Fach ist, wir im April zur Spatenstich-Feier einladen können.“

"Projekt wird auf Herz und Nieren geprüft"

Geplant war einst die Errichtung einer im Endausbau 36 Millionen Euro teuren, 80 Meter breiten und 23 Meter hohen Produktion für die in einem komplexen chemischen Verfahren gewonnene, reinste Glas-Rohmasse für die Glasfaser (Preform). Kommen soll diese in Nachbarschaft zu den drei aktuellen NBG-Gebäuden direkt an der Litschauer Straße im Access-Industrial-Park. Danach wuchs das Projekt, wie Andre Schönauer als Geschäftsführer der dafür geschaffenen NBG Fiber GmbH im Vorjahr sagte, auf noch höhere Dimensionen an – daher auch die zeitliche Verzögerung.

„Der Finanzbedarf ist deshalb inzwischen wesentlich über die 40-Millionen-Euro-Marke gestiegen, geht fast schon in Richtung 50 Millionen“, sagt Bauer. Kein Wunder also, dass das Projekt noch einmal auf Herz und Nieren geprüft wird, ehe die ersten Bagger auffahren.

Intensive Bautätigkeiten haben das Werksgelände inklusive Reaktivierung des NBG-Stammhauses indes bereits wesentlich verändert. In der NÖN angekündigte Umbauten sind, wie Karl Bauer sagt, großteils abgeschlossen, die Zusammenführung des Außenauftritts fortgeschritten. Noch folgen soll etwa die Errichtung eines Vorführbereiches für die sensorischen Möglichkeiten der Glasfaser im Freien – auch in der Stadt Gmünd sollen Sensorik-Positionen verankert werden.