Erstellt am 11. Januar 2017, 04:43

von Thomas Weikertschläger

Grippe fegt über den Bezirk. Dreimal mehr Krankenstände als im Jänner 2016: Grippe ist im Bezirk angekommen.

Symbolbild  |  Margarita Borodina/Shutterstock.com

Laut Department für Virologie der Medizinischen Universität Wien wurde die Grippewelle österreichweit am 20. Dezember ausgerufen. Auch der Bezirk Gmünd wurde von der Grippe bereits erfasst.

Laut Zahlen der NÖGKK lag die Zahl der Krankmeldungen wegen Grippe und grippalen Infekten in den Bezirken Gmünd und Waidhofen in der Woche vor dem Jahreswechsel bei 118 (im Jahr 2015:41), in der ersten Jännerwoche stieg der Wert laut Wolfgang Ebert, NÖGKK-Servicestellenleiter, sogar auf 155 Fälle (Woche 01/2016: 61).

„Seit Mitte Dezember häufen sich die Fälle“, berichtet der Gmünder Apotheker Gottfried Libowitzky. Zwar gebe es wenige Fälle von „echter Grippe“, es kämen aber laufend Menschen mit grippalen Infekten, die sich mit Nasentropfen, Hustenmitteln oder allgemeinen Grippemitteln eindeckten. Besonders an den Feiertagen sei die Situation intensiv gewesen.

Es gebe keine Auffälligkeiten

Nicht von einer Grippewelle sprechen will hingegen der Litschauer Apotheker Kurt Habiger. Es gebe heuer keine Auffälligkeiten. Die Welle sei nicht intensiver als jene in den Jahren davor.

Fakt ist, dass die Grippewelle heuer aber einige Wochen früher als in den vergangenen Jahren ausgebrochen ist. Von einem verfrühten Aufkommen an Patienten mit Grippesymptomen in seiner Ordination berichtet der Bezirksärztesprecher Wolfgang Fuchs. Es sei aber schwer, zwischen einer „echten Grippe“ und grippalen Infekten zu unterscheiden. „Eine schlüssige Differentialdiagnose ist nur mittels spezieller Tests möglich“, so Fuchs. Daher sei es für den Bezirk Gmünd schwer zu beantworten, um welche Form der Erkrankung es sich in der Mehrzahl der Fälle handelt.

Für eine Impfung ist es bereits zu spät

Bei der echten Grippe, die häufig von hohem Fieber begleitet wird und von Gelenks-, Glieder-, Muskel- und Halsschmerzen sowie trockenem Husten gekennzeichnet ist, muss man mit einer Krankheitsdauer von zwei Wochen rechnen. Grippale Infekte (mäßig erhöhte Temperatur, Schnupfen und/oder Husten, Halsschmerzen) klingen nach gut einer Woche ab. Für eine Impfung ist es aber bereits zu spät, da die Immunisierung danach rund 14 Tage in Anspruch nimmt.