Health Accross: Die Mischmaschinen laufen. In der Bleyleben wird schon fleißig am Gesundheitszentrum gebaut. Bald sind Operationen für Tschechen in Gmünd möglich.

Von Karin Pollak. Erstellt am 26. Juni 2020 (06:09)
Auf der Baustelle beim grenzüberschreitenden Gesundheitszentrum herrscht schon reges Treiben. Zahlreiche Firmen arbeiten. Im Bild: Horst Arnberger (Raiffeisenlagerhaus Gmünd), Manfred Widhalm (Elektro Berger), Manfred Mayer (HAGG), Verena Häusler (KPP), Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Architekt Gerhard Macho, Vizebürgermeister Hubert Hauer, Rudolf Schwingenschlögl (ÖBA Schwingenschlögl), Stadtrat Johannes Tüchler und Stefan Graf (Leyrer+Graf).
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Gesundheit ohne Grenzen – das wird in Gmünd bereits seit 2013 praktiziert. Jetzt laufen Verhandlungen, um auch geplante Operationen den Bürgern der Tschechischen Republik am Landesklinikum Gmünd anbieten zu können. Außerdem nimmt der Bau des grenzüberschreitenden Gesundheitszentrums in der Gmünder Bleyleben Formen an.

Bald Operationen für Tschechen?

Für ambulante Behandlungen und Notfälle ist das Gmünder Landesklinikum bereits seit 2013 für Tschechen geöffnet. Im Vorjahr nahmen dieses Angebot 1.600 Tschechen in Anspruch. Jetzt gibt es Verhandlungen, dieses Angebot auch auf stationäre Behandlungen und Operationen auszuweiten. Dafür soll es seitens „Interreg Österreich – Tschechische Republik“ und dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) eine Förderung von knapp 370.000 Euro geben.

Baustelle gestartet

Der Baustart für das grenzüberschreitende Gesundheitszentrum Health Accross ist bereits erfolgt (die NÖN berichtete). Nachdem die Pfahlgründung abgeschlossen worden ist, laufen die Vorbereitungen für die Fundamentierung durch die Firma Leyrer+Graf. Das Tochterunternehmen Graf-Holztechnik baut indes eifrig am Holzriegelbau, der im Oktober aufgestellt werden soll. „Dann können wir Dachgleiche feiern“, erklärt Health-Accross-Manager Manfred Mayer. Der Innenausbau soll über die Wintermonate erfolgen, die Fertigstellung ist für den nächsten Sommer geplant.

Stolz sei man, so Mayer, dass mit Architekt Macho, Ziviltechniker Polzer , kpp consulting, Architekt Schwingenschlögl, Leyrer+Graf, Graf-Holztechnik, Elektro-Technik Berger und dem Raiffeisen-Lagerhaus Gmünd-Vitis zahlreiche regionale Firmen an diesem Projekt, das rund 2,5 Millionen Euro kosten wird, mitwirken. Finanziert wird es durch das Land und die EU (ELA).

Ärzte- und Therapeutensuche

Auch im Hinblick auf das ärztliche und therapeutische Angebot in dem neuen Zentrum tut sich, so Manager Mayer, schon einiges: „In den nächsten Monaten gibt es dazu schon Detailgespräche.“

Alltag erleichtert

Erfolgreiche Regionalentwicklung in Europa lebt von Kooperationen mit Partnern in den benachbarten Grenzregionen. Gerade in der Region um Gmünd und České Velenice zeigt sich, wie Kooperationen über die Grenze hinweg das Leben der Menschen im Alltag erleichtern.

„Das Landesklinikum Gmünd wurde von der WHO ausgezeichnet und ist ein Vorzeigeprojekt über Ländergrenzen hinweg. Es vereint die Menschen medizinisch und führt Europa menschlich näher zusammen“, ist Landesrat Martin Eichtinger, der auch NÖGUS-Vorsitzender ist, überzeugt.