Hiobsbotschaft bei Baumann: 30 Jobs wackeln. Traditionsbetrieb merkt 30 Beschäftigte beim AMS zur Kündigung vor. Kein Einspruch der Arbeiterkammer.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 28. Februar 2018 (05:01)
Baumann-Dekor
NOEN, ml

Einer der renommiertesten und infolge der weltweiten industriellen Veränderungen am meisten geforderten Betriebe der Gmünder Wirtschaftsgeschichte kommt nicht wirklich zur Ruhe: Baumann-Dekor meldete vorige Woche 30 der derzeit etwas mehr als 50 Beschäftigten im Frühwarnsystem des AMS zur Kündigung innerhalb des nächsten Monats an. Betroffen sind davon Arbeiter und Angestellte gleichermaßen.

Preissl: "Werden Kündigungen nicht beeinspruchen“

Hatten Ankündigungen dieser Art in der Vergangenheit für Proteste gesorgt, so kündigt Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Michael Preissl diesmal keine Gegenmaßnahmen an. „Wir hoffen, dass es am Ende nicht so viele freigesetzte Mitarbeiter werden. Aber wir werden die Kündigungen nicht beeinspruchen“, sagt er. Man könne der Geschäftsführung nichts vorwerfen, aktuell seien auch keinerlei Gehälter ausständig. Aber, so Preissl: „Es fehlen einfach die Geldmittel.“ Er fürchtet um die Zukunft der Produktionsstätte.

Nächstes Kapitel nach Kurzarbeit 2017

Der vor 102 Jahren in Böhmen gegründete Erzeuger hochwertiger Designerstoffe, der im Jahr 1929 nach einer Station in Kirchberg nach Gmünd gekommen war, hatte noch in den 1990er Jahren 300 Beschäftigte. 20 Jahre später hatte sich die Belegschaft halbiert, im Jahr 2011 musste schließlich Insolvenz angemeldet werden. Die Schließung haben eine Gruppe um Franz Siller (bis 2015) und danach eine indisch-dubaiische Eigentümer-Gruppe abwenden können. Beide versuchten auch intensiv, den Betrieb flott zu bekommen.

Doch 2015 mussten 40 der nur noch 56 Beschäftigten beim AMS zur Kündigung vorgemerkt werden. Der neue Eigentümer hatte die Kündigungen wieder aufgehoben und den Betrieb in der Folge an mehreren Ecken umgekrempelt, musste im Juni 2017 aber auf Kurzarbeit umstellen – und nun mit der Vormerkung von potenziell 30 Kündigungen das nächste Kapitel aufschlagen.

Wie es nun weitergeht, und ob die 30 Kündigungen tatsächlich ausgesprochen werden, das konnte seitens der NÖN nicht in Erfahrung gebracht werden: Eine Anfrage an Geschäftsführer Ajay Bikram Singh blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet, die administrative Leiterin Ingeborg Steinmetz wollte sich nicht öffentlich äußern.