Altstoff-Entsorgung bald mit Karte. Zugang abseits starrer Öffnungszeiten: Gemeinden Gmünd & Hoheneich investieren in digitales Schrankensystem.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 07. Januar 2021 (03:23)
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Nicht ganz fünf Jahre nach der Fusionierung der Altstoff-Sammelzentren von Gmünd und Hoheneich direkt am B41-Verkehrsknoten bei Hoheneich erfolgt heuer der bereits 2016 in Aussicht gestellte zweite Schritt: Ein digitales Zutrittssystem mit Karte wird installiert. Es wird der Bevölkerung künftig wesentlich ausgedehntere Möglichkeiten zum Entsorgen ihrer Altstoffe bieten.

Start mit Karte noch im ersten Halbjahr 2021

Die Gemeinderäte der beiden Nachbargemeinden haben bereits grünes Licht für die Anschaffung des automatisierten Systems gegeben. Als Ziel nennen Gmünds Infrastruktur-Stadtrat Martin Preis und Hoheneichs Bürgermeister Christian Grümeyer (beide ÖVP) eine Inbetriebnahme auf jeden Fall noch im ersten Halbjahr 2021, wobei zur Eingewöhnung vor allem in der Anfangsphase helfendes Personal zu den bisherigen Besetzungszeiten bereit stehen soll.

Etwa 80.000 Euro inklusive Steuern werden für das System inklusive Schrankenanlage, Videosystem und Kartenlesegerät investiert. Die Stadt Gmünd übernimmt entsprechend der Einwohnerverteilung etwa drei Viertel davon. Die Videoüberwachung soll nicht zum Ausspionieren der Nutzer dienen, betonen Grümeyer und Preis: Hintergrund sei primär der, dass Mitarbeiter im Fall von unkorrekt zugeordneten Abfällen feststellen können sollen, wer der Verursacher war, „wurde etwas falsch entsorgt, dann möchten wir den betroffenen Bürger informieren“. Zur Orientierung sollen die jeweiligen Container auch mit großen Tafeln ausgestattet werden. „Der Umgang mit den Videos erfolgt selbstverständlich entsprechend strengster Datenschutz-Richtlinien“, betont Preis.

Wie soll die Entsorgung künftig in Hoheneich funktionieren?

Voraussetzung für eine eigenständige Zufahrt über das Einbahnstraßen-System ist eine Registrierung am jeweiligen Gemeindeamt – ob diese durch die E-Card oder eine eigene Zutrittskarte erfolgen soll, das muss noch geklärt werden. Ab dieser Registrierung wird die Karte jedenfalls freigeschalten. Ab dann kann mit der Karte täglich zu festgelegten Rahmenzeiten der Schranken für die Zufahrt geöffnet und anschließend zur eigenständigen Entsorgung von Altstoffen geschritten werden.

Die konkreten Zeiten müssen noch festgelegt werden, sollen sich aber abhängig von der jeweiligen Jahreszeit bewegen und je nach Nutzungsverhalten auch adaptiert werden können. Fix bleiben jedenfalls einzelne Termine mit Personal zum Entsorgen von Sondermüll wie Batterien oder Öl.

Grümeyer: „Riesen-Mehrwert für die Bevölkerung.“

Orientiert haben sich die Gemeindevertreter in der Vorbereitung vor allem an den Sammelzentren in Neulengbach und Gramatneusiedl, einige dort gemachte Erfahrungen flossen in das Konzept ein. Sie versprechen sich von der Maßnahme freilich eine Entlastung des Bauhof-Personals, das dadurch stärker für andere Aufgaben eingesetzt werden kann. Aber, so Gmünds Martin Preis: „Hauptzweck ist das Schaffen eines zusätzlichen Angebotes für die Bevölkerung.“ Auch Hoheneichs Gemeindechef Christian Grümeyer streicht den „Riesen-Mehrwert für die Bevölkerung“ durch die hohe zeitliche Flexibilität beim Entsorgen der Altstoffe hervor.

Positives Feedback aus Gmünd zur Fusion

Generell habe sich die Fusion der beiden Sammelzentren in den vergangenen Jahren mehr als bewährt, blickt Preis zurück: Am Gmünder Wirtschaftshof sei die Situation platzmäßig bereits am obersten Limit gewesen, in Hoheneich könne durch die Lage direkt an der Bundesstraße unkompliziert zugefahren und die Entladung im Einbahnsystem flott abgewickelt werden, „die Zusammenarbeit wird von allen goutiert, mir ist bis heute keine negative Meldung dazu zu Ohren gekommen“. Die Öffnungszeiten wurden bereits zur Fusion 2016 ausgeweitet, Arbeit und Kosten werden entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinden geteilt.