Intensiv-Förderung ist fix. An die 30 Kinder, die dem Unterricht nicht folgen können: VS Gmünd erhält schon ab kommendem Semester zusätzliche Lehrkraft für gezielte Arbeit in Kleingruppen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 26. Januar 2018 (04:20)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Symbolbild
pixabay.com

Lange Zeit war es als Ziel formuliert worden, seit voriger Woche liegt der positive Bescheid für die Sprachoffensive vor: Die Volksschule Gmünd erhält mit Beginn des nächsten Semesters eine zusätzliche, volle Lehrkraft zur Intensiv-Förderung von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache.

Eingesetzt werden soll diese Lehrerin ausschließlich für die etwa 30 im Schuljargon „A.o.“-Schüler genannten Kinder – also außerordentliche Schüler, die dem Unterricht in deutscher Sprache noch nicht folgen können und daher in den Pflicht-Gegenständen auch nicht beurteilt werden können. Betroffen sind davon laut Direktorin Beatrix Skoll vor allem Kinder aus den ersten drei Schulstufen. Skoll schätzt diese durch die Bank als „bemüht und willig“ ein, aber: „Die Sprache ist eine wesentliche Voraussetzung für Bildung und damit Integration.“

Direktorin Beatrix Skoll stieß mit ihrem Hilferuf auf offene Ohren.
zVg

Für die angestrebte Sprachoffensive habe sie, so Skoll, im Vorjahr die Landtags-Abgeordnete Margit Göll (ÖVP) um Unterstützung gebeten. Göll wohnte danach probeweise dem Unterricht bei, ihr Fazit: „Ich war erschüttert, dass teilweise sogar in Österreich geborene Kinder mit Migrations-Hintergrund offenbar weder Deutsch, noch ihre Muttersprache beherrschten. Diese Kinder brauchen unbedingt Unterstützung – auch, damit der normale Unterricht nicht auf der Strecke bleibt.“

Dass die Zusage des Landes NÖ für die Bereitstellung der zusätzlichen Lehrkraft just im Wahlkampf kam, mag eine glückliche Fügung sein. Aber, so Direktorin Skoll: Der Bedarf für Sprach-Fördergruppen sei akut vorhanden. „Ich danke Margit Göll und dem Pflichtschul-Inspektor, die diese Lösung ermöglicht haben!“ Ab dem zweiten Semester könne nun in Kleingruppen der spielerische Umgang mit der Sprache gelernt werden – in der Zeit, in der die anderen Kinder Deutsch-Unterricht haben. Andere Unterrichts-Gegenstände sollen dadurch nicht versäumt werden.

Entlastung auch für Schrems erhofft

Die Volksschule Schrems steht laut Göll derzeit vor einer ähnlichen Situation, auch hier will sie sich für eine zusätzliche Lehrkraft zur Intensiv-Sprachförderung einsetzen.