Kampf um Gastro-Personal: „Pop-Up-Garden“ noch zu . Aus Personalnot muss Neustart im früheren Heurigen des Hotel & Restaurant Stern vertagt werden.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:38)
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Mark Bauer und Christian Kölling freuen sich über sommerlichen Hochbetrieb im Stern in Gmünd. Zwei heuer schon dazugewonnene Mitarbeiter reichen aber nicht aus, um auch die Vision vom Neustart im zuletzt stillgelegten Heurigen als fixen „Pop-Up-Garden“ umzusetzen. Das Projekt muss vermutlich auf 2022 vertagt werden. Philip Anderl
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In Zeiten von Arbeitskräfteengpässen reichen der unternehmerische Wille, Mut und die notwendige Finanzierung mitunter nicht aus, um Visionen umzusetzen. Das müssen aktuell Christian Kölling und Mark Bauer als Inhaber des Romantik-Hotel & Restaurant Stern am Gmünder Stadtplatz akzeptieren: Ihre Ankündigung, den rückseitig ans Hotel in Richtung Kirchengasse angeschlossenen, ehemaligen Heurigen als „Stern Pop-Up-Garden“ wieder zu eröffnen, müssen sie tendenziell auf 2022 vertagen.

Die angespannte Personalsituation lässt das heuer vermutlich nicht mehr zu.

„Der Letzte, der vor Corona darüber nachgedacht hatte, die Gastronomie zu verlassen, tat das im Lockdown.“ Christian Kölling, Stern

Team wurde größer – aber nicht groß genug. Die Entscheidung habe ihm das Herz gebrochen, sagt Kölling. Aber: „Wenn wir es machen, dann richtig und mit eigens dafür abgestelltem Personal. Wir wollen den Pop-Up-Garden nicht einfach nur mitbetreiben, sondern wirklich bespielen – auch im Winter.“ Daher wird derzeit nur für gebuchte Gesellschaften geöffnet, zuletzt eine Sponsion, eine Hochzeitsfeier und sogar eine erste Trauung direkt vor Ort.

Während des Lockdowns habe keiner der damals 19 Mitarbeiter das Haus verlassen, auch weil das Hotel als eines von wenigen in der Region durchgehend für nicht-touristische Zwecke offengeblieben war und dadurch natürlich auch viele neue Gäste gewinnen konnte. Über eine üppige Prämie für bestehende Mitarbeiter, die neue Kollegen mitbringen, habe das Team immerhin auf 21 Personen aufgestockt werden können, blickt Kölling zurück: „Aber das reicht nicht aus. Die zwei zusätzlichen Kollegen brauchen wir wegen der stark positiven Entwicklung für Hotel und Gastronomie, wo einfach unser vordergründiges Ziel für heuer liegt.“ Die Gastro will er in absehbarer Zeit auch nachmittags durchgehend öffnen können.

Kölling: „Es geht allen so.“ Seit April habe es trotz des Prämiensystems, trotz intensiver Suche in Österreich und schließlich auch Tschechien keine einzige Bewerbung mehr gegeben, beteuert der Geschäftsführer.

„Es war schon vor Corona schwer, zusätzliches Personal zu finden. Aber aktuell ist es echt unmöglich – nicht nur bei uns. Es geht allen so“, zuckt Christian Kölling mit der Achsel: „Der Letzte, der vor Corona darüber nachgedacht hatte, die Gastronomie zu verlassen, tat das während des monatelangen Lockdowns definitiv.“

Hotelbetrieb läuft auf vollen Touren. Wirtschaftlich sind die neuen Eigentümer mit den Entwicklungen hingegen sehr zufrieden. Hotel, Restaurant und Schanigarten laufen auf vollen Touren, wenngleich die Rekorde aus dem Jahr des Österreich-Tourismus 2020 nicht mehr ganz erreichbar sind – das Hotel spürt das Wiederaufkommen der Auslandsreisen etwas, im Restaurant sieht Kölling wie große Teile seiner Branchenkollegen noch Luft zu einem Verhalten wie in Zeiten vor Corona, Lockdown & 3G. „Aber der Zulauf ist insgesamt ungebrochen stark, wir können wirklich nicht klagen.“

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