Knast für Schläge bei „Moonlight-Run“. Keine Milde nach vier Strafen wegen Körperverletzung: Gmünder muss drei Monate hinter Gitter. Bezirksrichter riet zu einem Anti-Aggressionstraining.

Von Karin Pollak. Erstellt am 27. November 2019 (04:10)
APA (Symbolbild)

Die Mitleidsmasche eines 25-jährigen Gmünders mit einem vergifteten Hund, einer ausgebrannten Garage und Zores mit seiner Freundin zog vor dem Bezirksgericht nicht: Für ihn setzte es wegen seiner vierten Körperverletzung eine neunmonatige Freiheitsstrafe, drei davon unbedingt.

„Mein Mandant hat sich bereits beim Opfer entschuldigt, ihm 1.000 Euro Schmerzensgeld bezahlt. Daher bitte ich, Gnade vor Recht ergehen zu lassen. Es war eine ‚bsoffene Geschichte‘. Er weiß, wenn sowas wieder vorkommt, muss er ins Häf‘n“, meinte sein Verteidiger am Beginn der Verhandlung. Die Bitte wurde nicht erhört. Für den Richter war der neuerliche Vorfall nach den drei Schlägereien, für die der Gmünder bereits eine Geld- und zwei Bewährungsstrafen ausgefasst hatte, zu schwerwiegend. „Das geht sich nicht mehr mit einer Bewährungsstrafe aus“, meinte er.

Diesmal versetzte er im August einem Pensionisten aus Gmünd, der beim Gmünder „Moonlight-Run“ zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen war (die NÖN berichtete), Schläge. Dadurch fiel dieser mit dem Kopf gegen einen EVN-Kasten. Die Wunde musste genäht werden. Der Angeklagte: „Es war eine Kurzschlussreaktion. Ich fuhr mit dem Auto von der Grenze gegen die Einbahn zum Kino, stellte mein Auto ab. Das Opfer hat mich darauf hingewiesen, dass das verboten sei. Wir haben diskutiert und dann bin ich wieder losgefahren, aber aus Wut kam ich zurück und es kam zu einer Stoßerei.“ Dabei kam es zu dem Unglück.

Kremser Justizanstalt entscheidet Fußfessel

Der Pensionist bestätigte dieses Szenario. Zehn Tage habe ihm die genähte Wunde am Kopf Schmerzen bereitet. Kurz vor der Verhandlung habe sich der Angeklagte bei ihm entschuldigt, auch 1.000 Euro Schmerzensgeld hat er von ihm bekommen. Somit mussten die geladenen Zeugen nicht mehr einvernommen werden.

„Es tut mir wirklich leid, das Opfer hat nichts dafür gekonnt“, zeigte sich der Beschuldigte reumütig. Es half aber nichts. „Nach den Vorfällen im Zwei-Jahres-Takt rate ich Ihnen ein Anti-Aggressionstraining“, so der Richter. Der Gmünder wurde zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt, sechs Monate davon sind bedingt auf drei Jahre. Ob er anstatt der dreimonatigen Haft Fußfesseln tragen darf, muss die Justizanstalt Krems entscheiden.