Maßnahme gegen Kanal-Lärm. Nach 50 neuen Abdeckungen: Erste Deckel in Asphalt, sollen wenn nötig ausgeschnitten werden.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 14. November 2019 (04:38)
Testlauf im Kampf gegen Kanaldeckel-Gescheppere in der Schremser Straße: Die beiden Schachtdeckel in der Fahrbahnmitte wurden unter Asphalt begraben, Regenwasser fließt künftig durch ein Einlaufgitter unter dem Gehsteig ab. Am Foto: Stadtrat Martin Preis, Bürgermeisterin Helga Rosenmayer und Baudirektor Michael Prinz (v.l.).
M. Lohninger

Unter den Straßen ruhen die Innereien der Stadt, und die fabrizieren durch rumpelnde Kanaldeckel tausendfach täglich sprichwörtliche Rülpser. Zur Entlastung von Autofahrern und Anrainern hat die Gmünder Stadtführung nun im Zuge von ohnehin fälligen Arbeiten einen neuen Weg eingeschlagen: Zwei Abdeckungen bei der Kreuzung Schremser Straße/Schögglgasse, die nur alle paar Jahre geöffnet werden mussten, verschwanden von der Bildfläche.

Nach regelmäßigen Beschwerden von Anrainern, die rund um die Uhr durch scheppernde Kanaldeckel aus der stark befahrenen Schremser Straße gestört wurden, wurden zwei Abdeckungen einige Zentimeter tiefer gelegt und oben durch eine Asphaltschicht eingedeckt. Für den Abfluss des Regenwassers in den Kanal wurde das Einlaufgitter in den Gehsteig verlegt. „Wenn wirklich einmal Bedarf ist, dann muss die Fahrbahndecke in dem Bereich aufgeschnitten und die Decke anschließend wieder geschlossen werden“, sagt Infrastruktur-Stadtrat Martin Preis (ÖVP): „Wir testen, wie sich das in der Praxis bewährt.“

Bei Erfolg solle an anderen Problemstellen auf diese Vorgehensweise zurückgegriffen werden. VP-Bürgermeisterin Helga Rosenmayer freute sich beim Lokalaugenschein über eine „sehr gute Lösung eines großen Problems. Es hat laufend Anrufe am Gemeindeamt gegeben.“

Keine Deckel in neuer Emerich-Berger-Straße

Wie präsent das Kanalthema in der Bezirkshauptstadt ist, das untermauert Stadtbaudirektor Michael Prinz: An die 50 neue Schachtdeckel und Einlaufgitter seien heuer montiert worden, viele davon freilich im Zuge der Fahrbahnsanierung von Weitraer Straße, Conrathstraße oder Hans-Lenz-Straße.

Warum so viele Kanalschächte ausgerechnet in den Spuren der Fahrzeuge liegen, gerade dadurch beschädigt werden, Lärm und hohe Kosten verursachen? Oft sei das noch aus Zeiten, in denen die Problematik nicht derart ausgeprägt war, oft sei es auch das Ergebnis extremer Platznot unter der Erde durch eine Vielzahl an Einbauten, sagt Michael Prinz.

Das neue Stück der Emerich-Berger-Straße kommt übrigens ohne Kanaldeckel aus: Hier wurde der Kanal anlässlich des Neubaus gleich neben die Fahrbahn unter die Grünanlage verlegt. „Dafür bleibt hier in der Grünanlage kaum Tiefe für Wurzeln von Bäumen“, beteuert Stadtrat Preis. Viel mehr als Sträucher gibt der Boden nicht her. – Man kann eben nicht alles haben…