Nach Verzögerung: Gemeindebau-Sanierung vor Start. Gemeindebau wird bald in neues Kleid gehüllt: 1,5-Mio.-Euro-Projekt beginnt. Straßenbau-Pläne wegen Corona vertagt.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 31. Mai 2020 (05:39)
Die Generalsanierung des Schärf-Hofes mit 24 Einheiten läuft vorm Sommer noch an, die Kosten werden durch Mieter und Förderungen getragen. Hinter weiteren Infrastruktur-Projekten der Stadt stehen Fragezeichen.
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Gut Ding braucht Weile, heißt es, und das ist ein gutes Omen für die Bewohner des Gemeindewohnhauses in der Bahnhofstraße 25: Die Generalsanierung des „Dr.-Adolf-Schärf-Hofes“ vis-à-vis der evangelischen Kirche Gmünd soll nach einigen Verzögerungen noch gegen Ende Mai/Anfang Juni beginnen.

Darlehen nach Corona neu verhandelt

Das Projekt, das unter anderem die Fassaden-Sanierung, Erneuerung von Fenstern, Türen und Dacheindeckung, Fernwärme-Anschluss, den Bau eines Aufzuges und Anbaubalkone zum Inhalt hat, hatte sich zuerst wegen Bedenken einer Mieterin und dann wegen Corona verzögert. Nachdem der Gemeinderat bereits im Dezember die Aufträge für die Bauarbeiten im 24-Parteien-Wohnhaus vergeben hatte, kam es nun auch zur Aufnahme der erforderlichen Darlehen von 1,5 Millionen Euro. AfG-Vizebürgermeister und Finanz-Stadtrat Hubert Hauer hatte den Antrag dazu per „Dringlicher“ im Gemeinderat gestellt, der Beschluss fiel einstimmig.

Die bereits auf der Tagesordnung für die dann abgesagte März-Sitzung gestandenen Darlehen mussten durch nun geänderte Rahmenbedingungen neu verhandelt werden, blickt Hauer zurück. Etwa 600.000 Euro kommen ihm zufolge an Förderungen für die Althaussanierung zurück, der Rest soll über 15 Jahre durch Mieten finanziert werden.

Stadt wegen befürchteter Ertragsverluste auf Ausgabenbremse

Abseits dieses Projektes, das für die Stadt kostenneutral sein soll, sind für Finanzchef Hauer infolge der Corona-Pandemie „aus heutiger Sicht nur kleine Infrastruktur-Projekte“ der Stadtgemeinde realistisch. Sie muss mit geringeren Einnahmen unter anderem aus Kommunalsteuern von Betrieben – die für Kurzarbeit entfällt – oder Ertragsanteilen rechnen, die Lücke könnte unverschuldet bis zu zwei Millionen Euro ausmachen.

Der für heuer geplant gewesene zweite Teil der Generalsanierung der Emerich-Berger-Straße samt Radwegebau dürfte wie der Bereich um die Gymnasiumstraße vertagt werden. Ein Fragezeichen sieht Hubert Hauer hinter der auch für heuer geplanten Verbindung zwischen Schremser Straße und Schulgasse zur Erschließung des neuen Siedlungsgebietes beim Harabruckteich: Das Stück koste durch die Notwendigkeit von Unterbau, Kanal und Wasser etwa 800.000 Euro, „es heißt vorläufig einfach einmal, die finanziellen Entwicklungen abzuwarten“.