NAWI-Sommer: Binder übergibt Vorsitz. 80 Lehrkräfte nahmen heuer an naturwissenschaftlichen Fortbildungstagen in Gmünd teil. Gym-Direktor Ronald Binder überlässt Organisation künftig Gerhard Wailzer.

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 14. September 2021 (05:32)
440_0008_8169024_gmu36gmuend_nawi_sommer.jpg
Ronald Binder (links) übergibt die Organisation des NAWI-Sommers in Gmünd an Gerhard Wailzer aus Krems. Heuer schaute Helga Kromp-Kolb für einen Vortrag vorbei.
privat

Es hatte schon einen Hauch „Science Busters“ an sich, als einige Lehrer naturwissenschaftlicher Fächer unter dem Schlagwort „Pub Science“ verschiedene Experimente im Gmünder Stadtwirtshaus Hopferl vorgezeigt haben. Oder als Physiker Werner Gruber 2019 im Palmenhaus zu Gast war und dort über sein Buch „Flirten mit den Sternen“ gesprochen hat.

Das alles fand im Rahmen des von Ronald Binder vor zehn Jahren eingeführten „NAWI-Sommer“ der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Krems statt. Auch vorige Woche begrüßte er in Gmünd wieder um die 80 Lehrerkollegen zu drei naturwissenschaftlichen Fortbildungstagen. Nach zehn Jahren übergibt der neue Direktor des Gmünder Gymnasiums die Organisation des NAWI-Sommers an Gerhard Wailzer aus Krems. Am Austragungsort Gmünd wird sich trotzdem nichts ändern.

Motivation und Ideen für den Unterricht gesammelt

Fand die Fortbildung voriges Jahr coronabedingt online statt, hat Organisator Ronald Binder heuer auf mehr Outdoor-Aktivitäten gesetzt – Exkursionen zum Moor oder physikalische Beschäftigungen mit dem Rad zum Beispiel. Das hat auch zum heurigen Überthema – nämlich Klimawandel – gepasst.

„Es gibt jetzt im Lehrplan der Unterstufe einen ganz großen Bereich zum Klima“, sagt er. Dass er und seine Kollegen aus der Fortbildung viel für den Unterricht mitnehmen können, davon ist Ronald Binder überzeugt: „Das gibt viel Motivation und neue Ideen.“ Zum Abschluss hielt die bekannte Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb einen Vortrag, „der in eine sehr rege Diskussion übergegangen ist“, erzählt Binder.

Vorurteile wurden nach und nach abgebaut

Anfangs habe es Skepsis zum Gmünder Austragungsort der Fortbildung gegeben, erinnert er sich. Inzwischen ist die Skepsis gewichen. Im ersten NAWI-Sommer war das Programm nur auf Physiker zugeschnitten, hat sich dann auf andere Naturwissenschaften ausgeweitet und immer mehr Teilnehmer angezogen. „Etwas Vergleichbares gibt es in Österreich sonst nicht“, ist er stolz. Deshalb will Binder die Räumlichkeiten im Gym auch weiterhin zur Verfügung stellen.

„Physik gilt manchmal als abgehoben. Es ist schön, einmal im Jahr das Gegenteil beweisen zu können“, meint er. Öffentliche Veranstaltungen rund um Physik, Chemie, Biologie & Co sollen der Allgemeinheit deshalb auch weiterhin im Rahmen des NAWI-Sommers angeboten werden.