Gmünd

Erstellt am 19. Januar 2017, 04:06

von Markus Lohninger

Parksünder: 15 Prozent mehr Strafen. Spitzenwert für Parkraum-Überwachung in Gmünd: Im Vorjahr zahlten 3.420 Parksünder über 85.000 Euro. Stundenzahl für „Park-Sheriff“ der Stadt erhöht.

Über 85.000 Euro an Strafen wegen Parksünden flossen im Vorjahr in die Gmünder Stadtkasse.  |  M. Köpf

Parksünder ließen im Vorjahr die Kassen der Stadtgemeinde Gmünd rekordverdächtig oft klingeln: Insgesamt 3.420 Strafmandate wurden im vergangenen Jahr wegen Überschreitung der Parkzeit oder nicht gestellten Parkuhren in den Kurzparkzonen der Stadt ausgestellt. Das sind fast 15 Prozent mehr als im Jahr 2015 und ein Fünftel mehr als 2014, immerhin 85.500 Euro wurden so in die Stadtkassa gespült.

„Überwachung ist zweischneidiges Schwert“

„Die Parkraum-Überwachung ist natürlich ein zweischneidiges Schwert“, sagt Finanz-Stadtrat und Vizebürgermeister Hubert Hauer (AfG): „Natürlich kommen deshalb immer wieder Unmuts-Bekundungen. Aber es ist wichtig, die Parkzeiten einzuhalten, damit auch anderen in den zentralen Bereichen der Stadt ankommenden Menschen freie Parkfläche zur Verfügung steht.“ Außerhalb der Zonen gebe es wie in der Mühlgasse genügend Dauerparkplätze, betont Hauer. Voriges Jahr wurden wie berichtet auch im oberen Bereich der Bahnhofstraße welche neu geschaffen.

Seit dem Jahr 2004 betreibt die Stadtgemeinde die Parkraum-Überwachung mit eigenem Personal. Die Zahl der ausgefüllten Mandate und somit auch der eingenommenen Gelder – die Strafe der Stadtgemeinde beläuft sich pauschal auf 25 Euro – stieg kräftig an, obwohl Stadtpolizist Gerhard Blaschko zur Jahresmitte 2016 aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden ist. Veronika Schullner ist nun einziger „Park-Sheriff“ der Bezirkshauptstadt. „Blaschko hatte aber auch viele weitere Agenden zu erfüllen, während das Dienstverhältnis mit Schullner im Vorjahr von 20 auf 30 Stunden angehoben wurde“, erklärt Hauer: „Sie hat jetzt mehr Zeit, sich ausschließlich um die Kurzparkzonen zu kümmern.“

Zahlt jemand sein Strafmandat nicht, so erfolgt eine (dann wesentlich kostspieligere) Anzeige über die Bezirkshauptmannschaft inklusive Lenker-Erhebung. Die Anzahl solcher Verfahren sei aber, so Hauer, „vernachlässigbar“.

Auch über die Bezirkshauptmannschaft kommen übrigens Gelder in die Stadtkassa: Durch Polizeibeamte im Straßenverkehr erzielte Einnahmen fließen zum überwiegenden Teil dem Straßenerhalter zu. In Gmünd sind unter anderem Bahnhofstraße, Litschauer und Schremser Straße Verkehrswege des Landes NÖ. Die Weitraer Straße und diverse Nebenstraßen gehören aber der Gemeinde – die heuer eine Million Euro in die Straßenerhaltung pulvert. Das Geld der Verkehrssünder ist also hier gut aufgehoben.