Prestigeauftrag zu Jubiläum für Architekturbüro. Architekturbüro Schwingenschlögl mit Plänen für großes Mischwerk ins elfte Jahr.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 06. September 2019 (04:48)

Mit einem spektakulären Projekt in der Bundeshauptstadt krönt das Gmünder Architekturbüro Schwingenschlögl sein zehnjähriges Bestandsjubiläum: Auf einer lang gezogenen, schmalen Insel zwischen Donauinsel und Hafen Freudenau soll ein großes, am Ende vermutlich mehr als zehn Millionen Euro teures Mischwerk für die Bau Beton GmbH aus Sollenau (Bezirk Wiener Neustadt-Land) errichtet werden.

Die Insel wurde einst aus Erdaushub-Material für den Kraftwerksbau angeschüttet. Ihre Oberkante liege nur drei Meter überm Niveau der Donau, die Erdmasse sei sehr feucht, nennt Rudolf Schwingenschlögl die vielschichtigen und intensiven Herausforderungen: „Es ist wie Brunnengraben.“ Zwei 860 m 3 große Lagerbunker für Kies und Zement müssen in bis zu 15 Meter Tiefe gegraben werden – und dann dichthalten.

Einige Folgeaufträge im Wiener Umland

Dazu kommt die statische Herausforderung, dass mitten in einem Erdbebengebiet über der Erdoberfläche ein dreistöckiges Verwaltungsgebäude geplant ist, auf das noch zusätzliche Lagertürme gepackt werden. Daneben sind weitere riesige Lagerbehälter geplant.

Warum man sich all den Aufwand antut? Ganz einfach: wegen der vom dichten Millionenstadtverkehr einigermaßen unabhängigen Lage. Die Lagerbunker sollen mittels adaptiertem Bahnanschluss oder über eine eigene Schiffsanlegestelle befüllt werden können, via Förderband soll das angelieferte Material zur Bearbeitung gelangen, und mittels Bahn oder Schiff sollen auch große Mengen relativ einfach das Werk wieder verlassen können. „Es ist ein strategisch toller Ort zum Abdecken des Großraumes Wien“, sagt Schwingenschlögl. Die baubehördliche Bewilligung liegt bereits vor. Derzeit laufen die Ausschreibungen für die Bauarbeiten, für Frühjahr 2020 wird der Baustart ins Auge gefasst.

Wien-Freudenau ist nicht die einzige laufende Zusammenarbeit zwischen der ZT Schwingenschlögl GmbH und der Bau Beton GmbH: In Wöllersdorf – nahe der Zentrale – soll neben einem bestehenden Betonwerk ein dreigeschoßiges neues Bürogebäude entstehen und zum künftigen Sitz des Betriebes werden. Hier ist man bereits in den Vergabegesprächen.

Die Projekte sind der vorläufige Höhepunkt einer Zusammenarbeit, die sich im Laufe der Jahre entwickelt und vertieft hat – und durch Mundpropaganda auch Folgeaufträge anderer Betriebe im Wiener Umland gebracht hat. Das spiegelt die Gesamtentwicklung im Gmünder Architekturbüro wieder: Mit der Firma sei es nach fordernden Anfangsjahren konstant bergauf gekommen, sagt der Chef.

Klein begonnen – und rasch gewachsen

Im August 2009 hatten Rudolf Schwingenschlögl und Alexander Maier – die vom ehemaligen Büro Sadilek gekommen waren – die GmbH mit vier Mitarbeitern gegründet. „Wir haben gesagt, wir schauen einfach einmal, wie es anläuft“, blickt Geschäftsführer Schwingenschlögl auf die bedacht gesetzten ersten Schritte zurück. Und weil es sehr gut anlief, platzte das nur 70 m2 große Büro in der Bahnhofstraße 27 rasch aus allen Nähten. Nur zwei Jahre später wurde im ehemaligen Post-Lokal am Schubertplatz 7 für die bereits acht Beschäftigten eine mehr als dreimal so große Bleibe gefunden. Gemeinsam mit der Eigentümerfamilie Leitner wurde die Immobilie nach den Visionen des Architektenteams saniert und zum optischen Aufputz für die Gmünder Neustadt.

Architekt spürt Hochs & Tiefs als einer der Ersten

Mit zehn Mitarbeitern habe man nun ein „schlagkräftiges Team, mit dem wir gut reagieren können“, sagt Schwingenschlögl. Dass der Höhenflug am Bau ewig anhält, kann er sich kaum vorstellen. Andererseits: „Wir Architekten sind unter den Ersten, die eine Trendumkehr bemerken – und eine solche ist derzeit nicht absehbar.“ Für 2020 stünden bereits etliche Projekte bevor.

Um die 25 Projekte werden im Schnitt pro Jahr abgearbeitet, das Hauptgeschäft betrifft Sanierungen und Neubauten in Gemeinden, Sozialen Wohnbau sowie Büro- und Industriebau. Geplant wird freilich oft für das Waldviertel, aber wie beim aktuellen Prestigeprojekt auch stark im Wiener „Speckgürtel“.

An die eigene Arbeit wird Rudolf Schwingenschlögl kommendes Jahr nicht mehr nur im selbst adaptierten Büro erinnert: Er hatte den Auftrag zur Planung des „Junges Wohnen“-Baus der Waldviertler Siedlungsgenossenschaft für Großdietmanns erhalten – wenn er vom eigenen Wohnzimmer ins Freie blickt, dann hat er freie Sicht auf die Baustelle.