Rumpelpisten bald Geschichte. Stadt Gmünd will nicht mehr Rumpelkammer der Region sein: Auch Weitraer Straße und Conrathstraße sollen noch heuer auf ganzer Länge saniert werden.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 19. Juni 2019 (04:50)
M. Lohninger
Freude und Erleichterung über die gefundene Zwischenlösung auch für die Weitraer Straße bei Vizebürgermeister Hubert Hauer, Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Baudirektor Michael Prinz, Wirtschafts-Stadtrat Alexander Berger und Infrastruktur-Stadtrat Martin Preis (von links).

Seit Jahren prägt das Spannungsfeld zwischen Sparzwang und desolaten Gmünder Gemeindestraßen den Alltag und die politische Debatte in der Bezirkshauptstadt. Noch heuer soll alles anders werden: Die Stadtgemeinde will nach der für Sommer angekündigten Generalsanierung der oberen Emerich-Berger-Straße mit Geh- und Radwegebau gleich mit fünf weiteren Rumpelpisten aufräumen!

Dem Gemeinderat sollen Aufträge zur Sanierung der Hans-Lenz-Straße, Grenzgasse, Stiftergasse sowie der wichtigen Verkehrsachsen Conrathstraße und Weitraer Straße zur Beschlussfassung vorgelegt werden, kündigt VP-Infrastruktur-Stadtrat Martin Preis an. Ziel ist es, so Baudirektor Michael Prinz, zwischen September und Oktober alle Straßenzüge auf voller Länge (Weitraer Straße bis Stadtgrenze Ehrendorf; Conrathstraße bis Fleischerei Hirsch) zu erneuern.

Ursache für den Umschwung ist kein bei den allgegenwärtigen Glasfaser-Arbeiten gehobener Schatz – immerhin wird zum Abdecken der dringendsten Straßensanierungen im Stadtgebiet ein Investitions-Bedarf von fünf Millionen Euro kolportiert. Martin Preis spricht vielmehr von einer Strategie-Änderung weg von teurer Komplettsanierung: Bei Straßen mit intakten Einbauten solle wie zuletzt bei der Horner Straße in Schrems bloß die kaputte Fahrbahn abgefräst, verdichtet und dann neu asphaltiert werden.

2020: Nur noch drei arge „Baustellen“

„Die NÖ Landesregierung verhandelt für diese Art der Sanierung mit darauf spezialisierten Betrieben pauschale Quadratmeterpreise. Wir möchten uns bei der Ausschreibung des Landes anhängen“, sagt Preis. Der Straßenbelag könne dadurch fit für weitere zehn Jahre gemacht werden. Einzig das Mittelstück der Stiftergasse dürfte im Unterbau bereits zu desolat für eine „Sanierung light“ sein.

Die Sanierung der insgesamt vier Fahrbahn-Kilometer soll sich nur mit etwa 200.000 Euro zu Buche schlagen. Die Weitraer Straße als teuerstes Einzelprojekt – für das Einlaufgitter und Kanaldeckel zu wechseln sind – soll für etwa 90.000 Euro im neuen Glanz erstrahlen.

Nach Jahresende bleiben von den ganz üblen Gemeindestraßen nur drei „Baustellen“: der untere Teil der Emerich-Berger-Straße, der Bereich ums Gym (beides soll 2020 generalsaniert werden; die Czadekgasse ist wie berichtet schon heuer dran) und ein Teil der Lagerstraße.