Bank Austria: Erfolgsbilanz nach großem Wirbel. Wirbel um Zusammenfassung aller Bezirksfilialen hat sich gelegt: Bank spricht von Zuwächsen in allen Bereichen. Auch vor Gericht hatte sie vorige Woche Erfolg.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 01. August 2018 (05:18)
Markus Lohninger
In zentraler Lage bei Einkaufsmeile, Bus- und ÖBB-Bahnhof zieht die Bank Austria positive erste Bilanz.

Ein Jahr ist der große Aufstand gegen die Schließung aller Bank-Austria-Filialen im Bezirk Gmünd her, im Zuge dessen ein auch für Horn verantwortliches „Kompetenzzentrum Waldviertel“ am Bahnhof Gmünd neu errichtet wurde. Heute spricht die Bank Austria von positiven Entwicklungen in allen Bereichen. Und vorige Woche wurde am Landesgericht Krems nach der abgeschmetterten „einstweiligen Verfügung“ auch die Klage der Stadtgemeinde Schrems gegen den dortigen Filialabbau abgewiesen.

Schremser Einspruch ist noch offen

Die Granitstadt hatte sich dabei wie berichtet auf einen Verschmelzungsvertrag vom Übergang der Schremser Sparkasse zur Zentralsparkasse (1981) berufen, wonach der Bankbeirat in solche Entscheidungen eingebunden werden müsse. Rechtsnachfolgerin der Zentralsparkasse ist die Bank Austria. Das Gericht las aus dem Vertrag keine unbegrenzte Gültigkeit und kein Mitbestimmungsrecht, sondern nur ein Äußerungsrecht des Beirates heraus. Seitens der Bank Austria will man kein weiteres Öl ins Feuer gießen, kommentiert das Urteil auf NÖN-Nachfrage nicht. „Wir wussten, dass es nicht leicht werden würde. Aber man kann sich nicht alles gefallen lassen“, sagt indes der Schremser SPÖ-Stadtchef Karl Harrer. Das Urteil nehme er zur Kenntnis, „dennoch fühlt man sich ungerecht behandelt.“ Ob dagegen berufen und der Weg in die zweite Instanz beschritten werden soll, das ist noch offen.

Das angeblich im Raum gestandene Angebot der Bank über ein personalloses Foyer mit Bankomat, Einzahl- und Beratungs-Möglichkeit anstelle des Gerichtsweges wäre womöglich das geringere Übel gewesen.

Wobei die Bank gar nicht von einem Übel spricht. Im Gegenteil: Das 15-köpfige Team um Stellenverbunds-Leiter Michael Drach habe die anfänglich heiße Phase „gut abgefedert“, sagt Privatkunden-Landesdirektor Franz Weisz. „Es ist auch österreichweit begeisternd, was er und seine Truppe aus dem Boden gestampft haben. Wir sind hinsichtlich Kundenzahl und Volumen gewachsen!“

Zum Start war von 14.000 Kunden, einem Kreditvolumen von 115 und Veranlagungen von 353 Millionen Euro die Rede gewesen. Nun seien erste Verluste mehr als aufgewogen, spricht Michael Drach von Zuwächsen bei Kundenzahl (+1,24 Prozent), Veranlagungen (+2,3 %), Fonds (+13,4 %) und Finanzierungen (+6,5 %) seit Zusammenfassung der Filialen.

Drach: „Standort spricht Junge weit mehr an“

Mehr als die Zahlen freut den Chef des Kompetenzzentrums die Entwicklung an sich. „Die Lage ist sensationell, der moderne Standort spricht junge Menschen weit mehr an, das Team aus vier Filialen ist hier super zusammen gewachsen – wir fühlen uns alle wohl, es macht richtig Spaß!“ Auch die Option, Experten nun digital zuzuschalten, habe die Qualität gehoben.

Dass im Foyer beim „Empfangsmanager“ das Anliegen deponiert und eine Nummer gezogen werden muss, hat anfangs für heftige Kundenkritik gesorgt. Immerhin endete damit auch der direkte Weg zum persönlichen Berater. Aber: Damit sei auch die Kompetenz gewachsen, die Wartezeiten insgesamt seien zurückgegangen. „Nun kann gewichtet werden – etwa, um Kunden mit kleinen Anliegen nicht lange warten zu lassen“, sagt Weisz: „Berater haben mehr Zeit für Beratung, Anliegen wie den Kartenverlust wickelt das Serviceteam ab. Die Abläufe sind nun geordneter.“

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