Ein NÖN-Urgestein ist nicht mehr. Walter Kellner starb im 82. Lebensjahr. Als Fotograf setzte er Jahrzehnte lang Standards.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 08. April 2021 (03:59)
Walter Kellner, so wie er vielen in Erinnerung ist: bei seinem Lieblingshobby im Garten.
waju, waju

In der Schremser Straße sah man ihn oft im Gartengewand stehen – vor der ehemaligen Trafik, in der er mit seiner Heidelinde lebte. Seit sie vor zwei Jahren starb, sah man ihn kaum mehr. In der Vorwoche verließen Walter Kellner im 82. Lebensjahr die Kräfte, er starb plötzlich und unerwartet. Er hinterlässt nicht nur seinen Sohn Walter junior mit Schwiegertochter Elisabeth, die Enkerl Manuel und Sabrina sowie das Urenkerl Joel. Er hinterlässt auch die NÖN-Familie, die um einen Fotografen trauert, der eine ganze Ära prägte.

Die Fotografie war Walter Kellner nicht in die Wiege gelegt. Der gebürtige Schremser lernte das Tischler-Handwerk in der (ehemaligen) Tischlerei Groll. Bald führte ihn sein Weg nach Gmünd – in die Bobbin. Und zu seiner Heidelinde und ihrer Trafik. Hier im Garten entdeckte er auch seine Liebe zur Fotografie.

Diese Liebe führte ihn schließlich zur NÖN. Zuerst Anfang der 70er-Jahre als Fotograf von Motocross-Rennen, später als vielseitigen Fotografen im ganzen Bezirk. Als die Bobbin zusperrte, machte er das Hobby zum Beruf – und wurde zum NÖN-Fotografen, der auf keiner Veranstaltung fehlen durfte. 2000 ging Kellner in Pension, den Fotoapparat hängte er aber nicht an den Nagel. „Er hat bis zuletzt analog fotografiert“, erinnert sich sein Sohn Walter Kellner junior, der selbst als „waju“ lange Zeit für die NÖN fotografierte.

Seine Pension verbrachte Walter Kellner mit Vorliebe im Garten, den er mit genauso viel Detailverliebtheit pflegte, wie er einst NÖN-Fotos arrangiert hatte. „Walter war verlässlich, bescheiden, ruhig – ein liebenswerter Mitarbeiter und besonderer Mensch. Er wird uns fehlen“, sagt Gerlinde Aschauer, die ehemalige Redaktionsleiterin der Gmünder NÖN-Ausgabe.