Spital-Neubau in Bleyleben? . Zuständiger Landesrat dementiert Gerüchte über Ärzte- Zentrum und Pläne für „Europaklinikum“ nicht.

Von Markus Lohninger und Karl Tröstl. Erstellt am 21. Februar 2018 (06:00)
M. Lohninger
Im Vorjahr strich Bahn-Aktivist Gerald Hohenbichler die zentrale Lage der Bleyleben im Zusammenhang mit der Vision für eineninternationalen Bahnsteig hervor – jetzt ist das Areal Inhalt von Spekulationen über ein angebliches „Europaklinikum Gmünd“.

Bereits im Februar 2013 hatte die NÖN zum Start des grenzübergreifenden Gesundheits-Versorgungsprojektes „Healthacross“ über Visionen für den Bau eines internationalen „Europaklinikums Gmünd“ berichtet. Genau fünf Jahre später mehren sich in der Bezirkshauptstadt Gerüchte, wonach die Einrichtung eines „Primärversorgungszentrums“ (Primary Health Care, PHC) nahe – als erster Schritt eben in eine solche Richtung.

War als Standort damals noch ein grenznahes Areal beim Access-Industrial-Park im Raum gestanden, so wird nun das Festgelände Bleyleben parallel zur Weitraer Straße als Standort für ein PHC kolportiert. Dieses solle – ideal in der Mitte zwischen  České Velenice, Gmünder Altstadt und Neustadt gelegen – mit mehreren Fachärzten und Röntgen-Außenstelle ausgestattet werden. Das Grundkonzept stehe und verfüge schon über Förderzusagen der EU, heißt es, nun gehe es an die Detailplanung, zu der auch eine Autobrücke über den Lainsitzfluss beim Grenzübergang Bleyleben nach Tschechien gehöre.

Erzählt wird außerdem noch, dass dieses Primärversorgungszentrum als Erweiterung des „Healthacross“-Projektes langfristig Stück für Stück das Gmünder Klinikum ersetzen und so zum künftigen „Europaklinikum Gmünd“ ausgebaut werden soll. Die Herausforderung sei es nämlich, dass das aktuelle Spital seinen Zenit nach 34 Jahren ohnehin bereits überschritten habe.

Büro Schleritzko: „Ziel, Versorgung auszubauen“

Angekündigt haben die künftigen Vertragspartner NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS), NÖ Ärztekammer und NÖ Gebietskrankenkasse jedenfalls die Errichtung von insgesamt 14 Primärversorgungszentren bis zum Jahr 2021 in Niederösterreich.

Aus dem Büro des politisch zuständigen Landesrates und NÖGUS-Vorsitzenden Ludwig Schleritzko (ÖVP) werden die Gerüchte bezüglich der Pläne für Gmünd nicht in dieser Klarheit bestätigt, aber auch nicht grundsätzlich dementiert. „Es gibt das Ziel, die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung weiter auszubauen und damit auch die Gesundheitsversorgung im Raum Gmünd zu stärken“, heißt es auf NÖN-Nachfrage: „Konkrete Pläne liegen aber noch nicht vor und werden erarbeitet.“

Jenseits der Grenze ist das nächstgelegene Spital 60 Kilometer von Gmünd entfernt. In den fünf Jahren des mittlerweile auch von der Weltgesundheits-Organisation (WHO) als „best-practice“–Beispiel gelisteten „Healthacross“-Projektes wurden bereits weit mehr als 4.000 tschechische Patienten in Gmünd behandelt.