Startschuss für Gesundheitszentrum ist gefallen. Es wird endlich ernst in der Bleyleben: Die Vermessungsarbeiten begannen, bis November soll die Basis zum 2,5-Mio.-Euro-Projekt stehen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 22. Oktober 2019 (16:55)
M. Lohninger
Los geht‘s in der Bleyleben. Beim Start am Freitag: Thomas Höbarth und Andreas Prager von der Vermessungskanzlei Weißenböck-Morawek, Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Vizebürgermeister Hubert Hauer, Stadtrat Martin Preis, Projektmanager Manfred Mayer, Stadtrat Michael Bierbach, Architekt Gerhard Macho (v.l.).

Eben erst hat das Programm „Healthacross for future“ unter 50 Einreichungen den dritten Platz beim „Interreg Project Slam“ der Europäischen Union in Brüssel errungen, schon fiel der seit Monaten erwartete nächste Schritt für das internationale Vorzeigeprojekt: Vorigen Freitag begann die Kanzlei Weißenböck-Morawek mit den Vermessungsarbeiten zum „Healthacross-Gesundheitszentrum Gmünd“ nahe des Grenzübergangs Bleyleben, diese Woche starten auch die Erdarbeiten.

Die nächsten Schritte zum Gesundheitszentrum
Allzu große Bodenveränderungen sind aufgrund der nur minimalen Unebenheit des Geländes nicht notwendig, es soll nur eine geringe Schicht Rasen abgetragen werden. Der Grundriss des 2,5-Millionen-Euro-Projektes mit etwa 860 m 2 bebauter Fläche kann schon bald nachvollzogen werden: 104 Pfähle sollen ab 23. Oktober eingetrieben werden, die jeweils etwa einen dreiviertel Meter aus der Erde ragen. Darauf soll das Healthacross-Gesundheitszentrum wie ein Pfahlbau errichtet werden, die Fläche dazwischen wird aufgeschüttet.

„Diese Arbeiten sollten bis Anfang November erledigt sein, dann ruht der Bau über den Winter“, sagt Projekt-Manager Manfred Mayer. Abhängig vom Wetter solle im Frühjahr so flott wie möglich mit der Umsetzung begonnen werden, der Start könnte noch im Jahr 2020 erfolgen.

Raumkonzept noch leicht adaptiert
Das im Mai vorgestellte Gebäudekonzept wurde seither geringfügig verändert, wobei Änderungen laut Mayer primär einzelne Raumgrößen etwa aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen betrafen. Geplant sind in dem Holzriegelbau mit Flachdach, Holzfassade und 665 m 2 Nutzfläche neben einer gemeinsamen Anmeldung unter anderem elf Ordinationsräume, zwei große Therapieräume, ein Behandlungsraum, Röntgen, ein Raum für Infusionen und Blutabnahmen, Sozialraum oder ein Raum für die Rettung, die eine eigene Zufahrt erhalten wird.

Zugang von der Bleylebenstraße
Das Gebäude wird von der Bleylebenstraße weg – mit dem Haupteingang und einer Parkfläche – in Richtung Altstadt gebaut. In Richtung der Lainsitz ist zunächst hinter der Rettungszufahrt eine zweite, größere Parkfläche geplant, der Freiraum hin zum Wasser soll etwa für gemeinsame Aktivitäten in das Gesamtkonzept integriert und – soweit am Rande des „Natura 2000“-Schutzgebietes möglich – gestaltet werden. Die Kosten für das gesamte Projekt, das 25 neue Jobs schaffen soll, übernehmen zur Gänze Land NÖ und EU.

Welche Ärzte und Therapeuten kommen?
Angedacht sind wie berichtet Angebote für Allgemeinmedizin, Chirurgie, Interne, Orthopädie, Kinder, HNO oder Gynäkologie in den Ordinationen sowie Physio- und Ergotherapie, Logopädie, Diätologie oder Geburtsvor- und -Nachbereitung. Noch heuer sollen im Gemeinderat die Richtlinien für die Vergabe der Räume festgelegt werden. „Ab dann können Verträge fixiert werden“, sagt Manager Mayer, der sich hinsichtlich bisheriger Vorgespräche mit potenziellen Interessenten nicht in die Karten schauen lassen will.

„Healthacross“ wurde im Jahr 2013 als Pilotprojekt zur ambulanten Behandlung tschechischer Patienten am Landesklinikum Gmünd gestartet. Etwa 7.000 Patienten aus Tschechien wurden mittlerweile – teils auch stationär – versorgt.