Stiller 5G-Ausbau? Alle dementieren. Gmünder fürchtet heimliche Zwangsbeglückung: Stadt weiß von nichts, A1 bestätigt nur laufende Wartung bestehender Sender.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 08. November 2019 (06:30)
A1 will den 5G-Netzausbau in Österreich vorantreiben. In Gmünd geschieht derzeit aber laut Sprecherin nichts in die Richtung.
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Kommt tatsächlich die „Bombe von oben runter“, wie ein Anrufer aus Gmünd am NÖN-Telefon erzählt? Er fürchtet eine still und heimlich laufende „Zwangsbeglückung“ der Bevölkerung mit moderner, nicht unumstrittener 5G-Mobilfunktechnik. Ein schwarzes Auto ohne Aufschrift sei am Stadtplatz beobachtet worden. Leute seien ausgestiegen und hätten, so der Anrufer, „Stäbe in Straßenlaternen montiert“.

Nein, da komme keine „Bombe von oben“, beteuert VP-Infrastruktur-Stadtrat Martin Preis: Die Laternen gehören der Stadtgemeinde, diese habe keinerlei Auftrag für 5G erteilt, betont Preis – die erforderliche Datenleitung bestehe gar nicht. „Der Verdacht entbehrt jeder Grundlage. Der Schritt war von der Gemeinde nie angedacht, wäre vor allem auch eine Geldfrage.“

Telekom-Anbieter A1 hat im Jänner mit der Meldung für Aufsehen gesorgt, in Gmünd gemeinsam mit Nokia erste drei Sendemasten mit 5G-Technologie bei Bandbreiten von bis zu 10 Gbit/s ausgerüstet und die bundesweit erste 5G-Live-Datenverbindung auf die Beine gestellt zu haben. A1 kündigt an, im Laufe des Jahres 2020 alle Landeshauptstädte an ein 5G-Netz anzuschließen und es bis 2025 flächendeckend in Österreich verfügbar zu machen.

In Gmünd selbst wurde es allerdings seitens A1 nach dem Winter wieder still um 5G. Das beteuert auch A1-Sprecherin Livia Dandrea, die von einem kommerziellen Start für 5G in Österreich mit Anfang 2020 spricht, auf NÖN-Nachfrage: „Die Sendeanlagen in Gmünd wurden seit der Präsentation Anfang des Jahres nicht erweitert.“ Bestehende Sender werden, so Dandrea weiter, laufend gewartet und adaptiert.

Begehung auf Silodach, Arbeit an LED-Umrüstung

Im Zuge dessen hat es ihr zufolge am 30. Oktober am Dach des Lagerhaus-Silos in Gmünd auch eine Begehung gegeben – schwarze Wagen und Stäbe an Masten könne man allerdings „nicht einordnen“.

Hantiert wird an Straßenlaternen an sich sehr wohl: Wie berichtet wird die Beleuchtung in der Bezirkshauptstadt seit Monaten auf LED umgerüstet und im Zuge dessen teils auch ersetzt. Ein Großteil der Arbeiten wurde dafür laut Stadtrat Preis bereits durch die EVN erledigt, so erscheint etwa die einst auffällig finstere Kirchengasse in neuem Lichterglanz. Offen geblieben sei eben primär noch der Stadtplatz.

Aktuell denke man auch darüber nach, zentrale Sehenswürdigkeiten wie das Alte Rathaus oder die Sgraffitohäuser am Stadtplatz in Abstimmung mit dem Denkmalamt durch indirekte „Effektbeleuchtung“ mit LED in Szene zu setzen, sagt Martin Preis. Hier und auch am Schubertplatz ist zudem aus anderem Grund mit Arbeiten an Laternen zu rechnen: Vorrichtungen für kostenloses WLAN sollen kommen.