Trauer um Leo Wally (94). Ehemaliger Gmünder Hauptschuldirektor ist verstorben. In Erinnerung bleibt Leo Wally als verständnisvoller und gerechter Lehrer – und als Buchautor seiner Kriegserlebnisse.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 16. Februar 2021 (14:39)
Leo Wally verstarb im 95. Lebensjahr.
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Trauer in Gmünd: Der geschätzte Lehrer und ehemalige Hauptschuldirektor Leo Wally ist im 95. Lebensjahr verstorben.

Im Jahr 1926 in Schrems geboren, maturierte Wally an der Oberschule im damaligen Gmünd III, heute České Velenice. Nach Militärdienst und Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 heimkehrte, legte er 1949 die Lehrbefähigungsprüfung für Volksschulen ab. Zuerst an den Volksschulen in Schrems und Kottinghörmanns tätig, kam Wally 1952 an die Hauptschule in Gmünd, legte danach die Hauptschul-Lehrbefähigungsprüfung für Deutsch, Geografie und Geschichte ab. In den 1970er-Jahren unterrichtete er aushilfsweise am Gymnasium Gmünd. Von 1984 bis zur Pensionierung 1987 war er Hauptschuldirektor.

Vielfach wurden seine pädagogischen Leistungen gewürdigt, 1980 wurde ihm der Titel „Schulrat“ verliehen. Leo Wally ist seinen Schülern als geduldiger, verständnisvoller und gerechter Lehrer in Erinnerung. Eine wichtige Erkenntnis, die er ihnen vermittelte: Alles kannst du im Leben verlieren, nur was du gelernt hast, kann dir niemand nehmen.

Seine Kriegserlebnisse und Erfahrungen von 1938 bis 1946 schilderte Leo Wally im Buch „Längst vorbei, aber doch nicht vergessen“. Als ehemaligem Geschichtslehrer war es ihm wichtig, diesen leidvollen Abschnitt seines Lebens, in dem er auch 1943 seinen Vater in Stalingrad verloren hatte, literarisch aufzuarbeiten. Zurückblickend war ihm dankbar bewusst, dass ihm viel Glück widerfahren ist: Er war körperlich unversehrt aus dem Krieg heimgekehrt, hat den Beruf seiner Vorstellungen erreicht, den Zusammenhalt und die Geborgenheit einer Familie erlebt, durch Ehefrau, Tochter und einen Enkelsohn seine Lebenserfüllung gefunden und ist von schweren Krankheiten verschont geblieben.

Sein hohes Alter hat ihm rund drei Monate vor seinem 95. Geburtstag die letzten Kräfte genommen. Er wurde am 12. Februar im engsten Familienkreis am Gmünder Friedhof bestattet.