Über Bäume und mehr…. Nach Ferndebatte über kommende Einfahrt zur Neustadt: Stadtführung stellte sich auf der Baustelle dem Gespräch – und klärte gleich weitere Fragen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 22. Juni 2018 (06:05)
Am Schauplatz mit den Plänen der Stadtgemeinde in der Eichenallee: Stadtrat Martin Preis, Elisabeth Quast, Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Gerhard Quast und Stadtbau-Direktor Michael Prinz (v.l.).
M. Lohninger

Reden bringt bekanntlich die Leute zusammen. Genau das geschah nach zunächst erfolgloser Ferndebatte über die Zukunft der Eichenallee angesichts der Baupläne für Kreisverkehr Albrechtser Straße und Verbindungsstraße zur Lagerstraße: Die Familie Quast aus der Neustadt traf sich auf Vermittlung der Gmünder NÖN direkt am Baustellen-Schauplatz mit Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Infrastruktur-Stadtrat Martin Preis (beide ÖVP) und Stadtbau-Direktor Michael Prinz.

Die Quasts brachten im sehr konstruktiven Gespräch ihren Ärger über die im Zuge der Straßenarbeiten gefällten Bäume zum Ausdruck, konfrontierten die Stadtführung bei der Gelegenheit aber auch gleich mit einer Reihe an weiteren Anliegen:

„Die Traktoren in der Lagerstraße werden immer mehr.“

Wenn das untere Ende der Lagerstraße wie berichtet 2019 mit Ausnahme eines Geh- und Radweges Agrana-Werksgebiet wird und als Ersatz eine neue Verbindung über die Kreisverkehr-Baustelle beim Arbö und das erste Stück der Eichenallee kommt – „wird dann nicht der Verkehr in der ganzen Eichenallee mehr?“ Was es mit diesem Weg durchs künftige Firmenareal als Verbindung in die Altstadt auf sich hat, fragen die zwei Radler.

Die B41 soll zwischen Schrems und Gmünd vierspurig werden, für Getreide- und Kartoffel-Traktoren endet der Weg aber nicht beim Haid-Kreisverkehr, sondern führt über den Avia-Kreisverkehr zu Agrana und Lagerhaus. Und hier ist er immer noch bloß zweispurig, „es braucht eine dritte Spur!“

Und: Was ist mit dem leidigen Thema „Bahnhofsuhr“?

Die Bäume. Ja, es sind Bäume gefallen, und es werden für die Verbindung von Eichenallee und Lagerstraße weitere Bäume im „Schutzwald“ zu den ersten Wohnhäusern fallen, auch Eichen, räumt Preis ein. Wirklich alte Bäume seien aber keine dabei, sagt er, und: „Wir werden in Rücksprache mit den Anrainern neue Bäume setzen.“ Entlang der neuen Straße sollen wie in der Bahnhofstraße ein Grüngürtel und dahinter eine Geh- und Radweg-Kombination kommen.

Die Traktoren. Stadtchefin Rosenmayer nimmt die Landwirte in Schutz, „die ÖBB haben ihre Kontingente für Kartoffel-Lieferungen einfach zurückgefahren“. Sie hebt das „hohe Bemühen“ der Agrana hervor, „man ist immer für die Anliegen der Anrainer da“. Dass die Lagerstraße mit Traktoren verparkt wird, sieht auch sie nicht gerne, zumal Agrana die Anstellspur hat und diese aktuell auch für teures Geld an die Eichenallee anbindet. Der strittige Bereich ist seit wenigen Tagen Halte- und Parkverbot-Zone. Stadtrat Preis ermuntert verärgerte Anrainer, Fotos von Traktoren, die dennoch in der Lagerstraße anstehen, der Stadtgemeinde zu übermitteln: „Verkehrssünder in diesem Bereich werden angezeigt!“

Die Eichenallee. Ein gesteigertes Verkehrsaufkommen durch den baldigen Kreisverkehr-Anschluss könne im Wohngebiet am ehesten durch Anrainer im „Grätzl“ verursacht werden, glaubt Preis. Man wolle sich aber bemühen, den neuen Strang vom Kreisverkehr über das erste Stück der Eichenallee und die Querstraße zur Lagerstraße optisch gegenüber dem hinteren Teil der Eichenallee hervorzuheben. Ideen für das Wie werden geprüft.

Die Radweg-Situation. Jetzt werden Kreisverkehr und die breitere Verbindung in die Eichenallee gebaut. Danach soll noch heuer die Querstraße mit Geh- und Radweg bis zur Einmündung in die Lagerstraße kommen. Diesen Weg soll Agrana 2019 bis in die Albrechtser Straße (Höhe Schutzweg zum Bahnhof) verlängern. Preis: „Danach kann Agrana das Stück für den motorisierten Verkehr sperren, die Kreuzung mit der Albrechtser Straße wird wegfallen.“ Der Radweg soll langfristig um das Bahnhofsareal herum bis zur Anschlussstelle beim Billa-Kreisverkehr ausgebaut werden.

Die Bahnhofs-Uhr. Die Frequenz am Bahnhof ist laut ÖBB zu gering für eine Außenuhr. Also will die Stadt eine aufstellen – eine zähe Sache, zumal das Teil nach ÖBB-Kalkulation bis zu 35.000 Euro (!) kostet. Jetzt dürfte die Groteske ihr positives Finale finden: Der Gemeinderat soll vor den Ferien die Anschaffung einer Uhr beschließen, die auf einem Wiesenstück davor auf einem Masten montiert wird und die Zeit wie am Schubertplatz in alle Richtungen anzeigt. Das Positive, das die Quasts von Rosenmayer als eine der Ersten erfuhren: „Sie wird komplett von Sponsoren finanziert.“ Leyrer+Graf, Wiener Städtische, Elk und Merkur wollen sich demzufolge die Kosten von mehr als 20.000 Euro teilen und sind dafür mit ihren Schriftzügen am neuen Hingucker verewigt. Die Grundfläche dafür wollen die ÖBB zur Verfügung stellen.