Gmünd

Update am 17. März 2019, 10:41

von Markus Lohninger

Vier Ausländer gegen Mädchen? Polizei relativiert. Seit den Freitagmorgenstunden erregt die Meldung eines Gmünders auf Facebook die Gemüter: Vier „jugendliche ausländische Gäste“ hätten, wie er sich empört, am Gmünder Stadtplatz ein Mädchen „total belästigt“. Es werde „natürlich zur Anzeige gebracht“.

Symbolbild  |  Weingartner-Foto

Online wurde der Beitrag in kürzester Zeit hundertfach weiter verbreitet, inklusive Aufrufen zu Selbstjustiz.

Seitens der Polizei wird diese Meldung auf NÖN-Nachfrage relativiert. Drei Burschen unbekannter Herkunft hätten das Mädchen angesprochen und ihm etwas vorgesungen, heißt es.

Es habe aber nach Auskunft der Mutter am Posten weder körperlichen Kontakt noch eine Gefährdung gegeben. Daher gebe es keinen strafbaren Tatbestand, die Mutter habe entgegen der Ankündigung auf Facebook auch keine Anzeige erstattet.

Gmünder: „Sache musste aufgezeigt werden“

In der Zwischenzeit meldete sich der Gmünder, der den Fall im Internet beschrieben hatte, bei der Gmünder NÖN. Das Mädchen, das er persönlich nicht näher kenne, habe ihn (er ist Sicherheits-Bediensteter) sehr verängstigt auf die Angelegenheit angesprochen und sich darüber erkundigt, was sie tun könne. Sie habe den Fall nicht anzeigen wollen, um sich das allfällige Prozedere mit Gegenüberstellung und Gericht zu ersparen. „Die Sache musste aber aufgezeigt werden“, erklärt er, warum er die Nachricht verfasst hat.

Echte Bedrohung? Bitte 133 wählen!

Die Sache werde, wie von der Polizei betont wird, im Auge behalten. Sie ermuntert dazu, im Fall von wahrgenommenen Bedrohungs-Szenarien den Notruf 133 abzusetzen.