Vischer übersiedelte: Venenspezialist nun im Gesundheitszentrum

Erstellt am 17. Juni 2022 | 05:00
Lesezeit: 4 Min
Früherer Chirurgie-Primar verlegte Wahlarzt-Ordi aus Neustadt auf den Stadtplatz Gmünd – und testete mit Erfolg die neue Eissauna.
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Nicht ganz drei Jahre, nachdem Hans-Martin Vischer als Primar an der Chirurgie im Landesklinikum Gmünd verabschiedet wurde und auch seine Kassenverträge zurücklegte, ist er mit seiner nunmehrigen Wahlarzt-Praxis übersiedelt: Der bald 68-jährige Venenspezialist schlug sein berufliches Quartier im Gesundheitszentrum am Stadtplatz 52 auf.

Schon im Jänner, als Michael Traxler auf Christian Bauer als Geschäftsführer der Gesundheitszentrum Gmünd GmbH gefolgt war, wurde der Umbau der letzten verbliebenen, 75 m² großen Wohnung im zweiten Stock des einstigen Schulhauses zur multifunktionalen Ordination angekündigt.

Praxis „mit persönlichem Touch“ eingerichtet

Nun sind die meisten Arbeiten getan, Patienten von Vischer werden sich hier rasch zurechtfinden: Er hat prompt das Mobiliar aus der alten Praxis in der Conrathstraße auf aktuelle Gegebenheiten adaptieren lassen und damit die neue Ordi ausgestattet. Im gleichen Atemzug wurden ein Empfangsbereich gestaltet, ein barrierefreies Badezimmer geschaffen, Böden erneuert und Türen verbreitert. „Für eine Praxis sind die Räume jetzt sehr wohnlich eingerichtet“, freut sich Traxler über den „persönlichen Touch“. Ein bis zwei Tage die Woche will Hans-Martin Vischer hier im ehemaligen Wohnzimmer ordinieren. In den anderen Zeiten können sich interessierte Mediziner oder Therapeuten auch stundenweise einmieten, genauso in einem ebenfalls umgestalteten zweiten Raum.

Für Vischer schließt sich hier ein Kreis, sagt er. Er ist einer der Eigentümer der Gesellschaft, die das Haus einst vor der Schließung gerettet hat. Zugleich rückt er hier räumlich mit seiner Gattin Beatrix Vischer-Simon zusammen – sie ist genauso Miteigentümerin der GmbH, betreibt im Haus ihre psychotherapeutische Praxis und wird künftig Vischers einzige Beschäftigte sein. „Wenn ich mal aufhöre, dann gehört die Einrichtung zudem dem Gesundheitszentrum – und ich muss mich nicht mehr darum kümmern“, schmunzelt er über eine „Win-win-Situation“.

Warum er die Praxis in der Neustadt überhaupt aufgab? Als Primar habe er quasi immer erreichbar sein müssen, daher sei die Ordination vis-à-vis des Klinikums perfekt gewesen. Mit der Pensionierung als Primar und Aufgabe des Kassenvertrages – die Umstellung auf nur noch tageweise Ordinationszeiten sei nicht akzeptiert worden – gingen Patientenzahl und Umsatz zurück, blickt der Chirurg zurück – die Mietpraxis sei unrentabel geworden.

Jetzt freut er sich, es etwas ruhiger angehen und sich vor allem mehr Zeit für seine Patienten nehmen zu können. „Natürlich macht sich das in der Behandlung bemerkbar. Das Reden erspart unglaublich viele Untersuchungen“, sagt Vischer.

„Versuchskaninchen“ für die neue Kältesauna: -140 Grad

Ebenfalls in der Vorwoche wurde die via NÖN angekündigte und für etwa 60.000 Euro angeschaffte „Cryo-Sauna“ in Betrieb genommen. Als Versuchskaninchen hatte sich im Vorfeld gleich Hans-Martin Vischer in die Röhre, in der es dank Stickstoffes für maximal drei Minuten auf bis zu -140 Grad Celsius kühlt, begeben. Vom Ergebnis war er überrascht, sagt er: Er habe seit einigen Jahren Neurodermitis, an den Beinen sei die Hauterkrankung „immer irgendwie da – in den drei Wochen seit meiner Kältetherapie hat sie sich aber in einer Art gebessert wie lange nicht mehr“.

In die Kältesauna geht es nur mit Badekleidung und warmen Patschen, die den Knöchelbereich bedecken. Der Kopf bleibt im Freien, alles Andere bekommt den Kälteschock verpasst, der bei Wundheilung, Schmerztherapie, Leistungssteigerung, psychischen Problemen oder Gewichtsabnahme helfen soll. Vischer ist vom Nutzen bereits überzeugt. Vor allem: Die massive Kälte habe er nicht als unangenehm empfunden. „Klar, es war kalt. Aber ich habe nicht dem Ende entgegengefiebert“, blickt er zurück.

Zeiten für die regional ambulant noch einzigartige Therapieform können auch online gebucht werden, durch die kurze Dauer sind relativ hohe Frequenzen bewältigbar.

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