Karpfen in aller Munde: Gala im Sole-Felsen-Hotel. Der Karpfen hat gerade zu Weihnachten Saison, aber er schmeckt das ganze Jahr über. Davon konnten sich um die Hundert Gäste bei der „Karpfen-Gala“ am 28. November im Sole-Felsen-Hotel überzeugen

Von Karin Pollak. Erstellt am 29. November 2019 (13:25)

Der Karpfen hat gerade zu Weihnachten Saison, aber er schmeckt das ganze Jahr über. Davon konnten sich um die Hundert Gäste bei der „Karpfen-Gala“ am 28. November im Sole-Felsen-Hotel überzeugen. Das sechsgängige Menü mundete hervorragend, dazu gab es noch viele Infos zum Karpfen und dessen Zucht.

Diese Karpfen-Gala bildete den Abschluss eines zweijährigen EU-Projektes in Zusammenarbeit mit dem NÖ Teichwirteverband, dem Teichwirte- und Fischzüchterverband Steiermark und der FH Wiener Neustadt-Campus Wieselburg mit dem Ziel, dem Karpfen ein besseres Image zu verpassen und die leidvollen Erinnerungen an „lettelnde Karpfen“ ein für allemal vergessen zu lassen.

„Was 700 Jahre überdauert hat, muss nachhaltig sein“, meinte Leo Kirchmaier, Geschäftsführer des NÖ Teichwirteverbandes und des österreichischer Verbandes für Fischereiwirtschaft und Aquakultur, der gemeinsam mit Jakob Glanzner durch den Abend führte. „Der Ratschenhofer Teich bei Zwettl ist schon seit dem 13. Jahrhundert dokumentiert“, so Kirchmaier.

„Der Karpfen passt perfekt in das Korsett der heutigen Zeit mit Klima- und Umweltdiskussionen. Er kommt aus nachhaltiger Zucht mit einer drei- bis vierjährigen Wachstumszeit. Es liegt nur an uns, das in die Öffentlichkeit zu bringen“, blickt der Obmann des NÖ Teichwirteverbandes, Ferdinand Trauttmansdorff, optimistisch in die Zukunft. Unterstützung bekam er vom Geschäftsführer der Genussregion Steirisches Teichland „Steirerfisch“, Helfried Reimoser: „Bei uns gibt es überall den Steirer-Fisch. Ich liebe aber auch den Waldviertler Karpfen. Vor rund 30 Jahren habe ich meinen ersten Fischkochkurs belegt, das war hier in Gmünd.“

Nicht nur der Karpfen passe in die Zeit, auch der Fischteich: Als ökologischer Hotspot gibt er eine hohe Biodiversität, abseits der Fischproduktion werden eine Vielzahl an Ökosystem-Dienstleistungen geschaffen (Wasserrückhalt, Verdunstung). „Außerdem sind die Teiche landschaftsbildend. Das Waldviertel ohne Teiche wäre wie Bier ohne Schaum oder Weihnachten ohne Karpfen“, stellte Kichmaier klar.

Christian Bauer, der Leiter der Ökostation Gebharts, ging auf die Auswirkungen des Klimawandels auf die Teiche ein. „Wir haben Daten der letzten 40 Jahre. Die Teiche werden früher warm und kühlen später aus. Daher fischen viele ihre Teiche mittlerweile schon später ab.“ Den Verantwortlichen gab er mit auf den Weg: „Bauen wir Teiche anstatt zu Drainagieren. Wir müssen mehr Wasser in der Landschaft lassen.“

Zwischen den Interviews und Informationen wurden die sechs Gänge aus der Küche des Sole-Hotels kredenzt. „Aus Karpfen kann man wahnsinnig viel machen“, meinte Geschäftsführer Bernhard Strohmeier, der mit Stolz auf die „Karpfenhaube“ verwies.

Für die Abgeordneten Margit Göll und Martina Diesner-Wais, die sich als Karpfenliebhaberinnen outeten, Karpfenkönigin Luna Nosko sowie die anderen Gäste gab es Karpfenaustrich, Waldviertel Karpfen-Avocado-Tartare, Erdäpfelsuppe mit Karpfennockerl, gedämpftes Karpfensteak mit Karotten-Zucchini-Gemüse, gebackene Karpfenmilch mit Pemura-Teig sowie als süßen Abschluss Heidelbeer-Sorbet mit Karpfen-Kaviar.

Für einen Abend des Genusses, auch der musikalische Rahmen von Musikerinnen um Barbara Helfgott war einer, gepaart mit Fakten, Menschen, Traditionellem und Zukünftigem, sorgten die Studenten des Campus Wieselburg.