Waidhofner verlassen „Leader“-Region: „Wird für alle teurer“

Erstellt am 17. Januar 2022 | 05:54
Lesezeit: 3 Min
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Der Vereinsvorstand um Obfrau Margit Göll wird umstrukturiert.
Foto: Archiv
EU-geförderte Regionalentwicklung: Waidhofner Gemeinden verlassen Verein „Waldviertler Grenzland“ mit Sitz in Gmünd.
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Als Schnittstelle von Europäischer Union und den Regionen erfüllen „Leader“-Vereine eine zentrale Rolle für eine EU-geförderte Regionalentwicklung. Im 24. Jahr nach der durch Adi Kastner angebahnten Gründung muss die „Leader“-Region Waldviertler Grenzland mit Sitz in Gmünd und bisher 40 Mitgliedsgemeinden aus den Bezirken Gmünd, Waidhofen und Zwettl nun einen Aderlass hinnehmen – die Waidhofner Gemeinden treten aus. Dadurch müssen nicht nur die Strukturen angepasst werden: „Es wird für alle Gemeinden empfindlich teurer“, sagt die im Vorjahr als Obfrau bestätigte Margit Göll auf NÖN-Nachfrage.

In sehr vielen lokalen Projekten stecken über die „Leader“-Schiene bewertete und vergebene EU-Mittel drin, die dadurch mitunter erst ermöglicht werden. Im Bereich der Region „Waldviertler Grenzland“ traf das zuletzt unter anderem auf Leuchtturm-Projekte wie die „Inszenierung Nebelstein“, das Gmünder „Haus der Zeitgeschichte“, die AnnoLignum Holz-Erlebnis-Welt in Waidhofen oder etliche Projekte rund um die Thayarunde im Raum Waidhofen zu. Alleine in ihren ersten 20 Jahren wurden zwischen 1998 und 2018 in der Region Grenzland 487 Projekte mit Investitionskosten von 60 Millionen Euro gefördert – mehr als ein Drittel des Geldes kam über Leader aus der EU.

Für Waidhofen „schon lange ersehnte Autonomie“

„Wir sind auf gutem Weg für eine ausgewogene Neubesetzung. Es geht um eine gute Durchmischung, Politik darf hier keine Rolle spielen.“ margit göll Obfrau und Landtags-Abgeordnete

Dabei bilden für Leader-Vereine die Mitgliedsbeiträge der Gemeinden eine wesentliche finanzielle Basis. Fallen in Waidhofen zwölf weg (die drei weiteren Gemeinden waren Teil der Leader-Region Waldviertler Wohlviertel), so müssen die Kosten von weniger Gemeinden gestemmt werden, sagt Obfrau Göll: „Auch für die Waidhofner Gemeinden wird es dadurch teurer, weil die Struktur inklusive des Personals künftig eben doppelt läuft. Es werden auch zwei Strategien ausgearbeitet werden müssen.“

In Waidhofen wurde 2021 die Gründung der Leader-Region Thayaland beschlossen. Das ermögliche „die schon lange ersehnte Autonomie, die für den Bezirk eine maßgeschneiderte Leader-Strategie bringen wird“, sagte Obmann Eduard Köck damals. Waidhofner Funktionäre, darunter die neben Margit Göll zweite Obfrau und Waidhofner Bezirksbäuerin Renate Kainz, müssen im Grenzland-Vorstand ersetzt werden, das soll im Februar geschehen. Abgeordnete Göll: „Wir sind auf einem guten Weg für eine ausgewogene Neubesetzung. Es geht um eine gute Durchmischung, Politik darf hier keine Rolle spielen.“

Die regionale Entwicklungs-Strategie, die die Ausrichtung für die nächsten fünf Jahre vorsieht, wird aktuell vorbereitet.

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