Zukunft ungewiss: Bleibt Ticketschalter?. Fahrkartenverkauf durch die Post könnte zur Schalter-Schließung am Bahnhof führen, fürchtet Gmünder SPÖ.

Von Michael Schwab. Erstellt am 19. September 2018 (04:28)
Die SPÖ Gmünd fürchtet um die Zukunft des Ticketschalters am Bahnhof: Stadtrat Michael Bierbach, Nationalratsabgeordneter Konrad Antoni und Stadtrat Thomas Miksch am Bahnhof. 
Michael Schwab

Die SPÖ Gmünd fürchtet um die Zukunft der Personenkassa am Bahnhof. Wie berichtet, ist Gmünd einer von acht Standorten einer Pilot-Vertriebspartnerschaft der ÖBB und der Österreichischen Post AG, mit der auch an Postämtern Fahrkarten verkauft werden.

Das Projekt läuft seit November 2017 für ein Jahr. Danach soll eine Evaluierung erfolgen. „Wir haben nichts gegen eine Service-Erweiterung, aber am Standort Gmünd ist es kritisch zu hinterfragen, ob es Sinn macht, im 50 Meter entfernten Postamt Fahrkarten zu verkaufen“, stellt SPÖ-Nationalratsabgeordneter Konrad Antoni klar.

Was an Standorten mit größerer Entfernung des Postamts vom Bahnhof vielleicht Sinn machen könnte, sieht Antoni im Falle Gmünds eher als Gefährdung des Schalters. Eine Schließung würde den Service massiv verschlechtern. „Der Bahnhof ist den ganzen Tag eine Anlaufstelle für Leute, die nach Gmünd kommen, darunter viele Touristen, die mit der Bahn anreisen und am Schalter nach Nächtigungsmöglichkeiten, Busverbindungen und Ähnlichem fragen. Die Post kann so einen Service nicht anbieten, ist am Wochenende geschlossen“, warnt er.

Reklamationsabwicklung sei schwierig

Angesichts der zentralen Lage müsse man statt einer Reduzierung über eine Erweiterung des Serviceangebots nachdenken.

Gerald Hohenbichler von der Initiative „Pro FJB“ weist darauf hin, dass die Post nur Pauschalangebote verkaufen und keine Einzelberatung wie am ÖBB-Schalter durchführen kann, die Reklamationsabwicklung sei schwierig. „Eine ältere Frau aus Raabs bestellte für die ihre Tochter Fahrkarten online. Als sie die Fahrt nicht antreten konnte, gestaltete sich die Rücknahme über die Hotline schwierig. Erst am Schalter Gmünd konnte das Anliegen unbürokratisch erledigt werden“, zeigt er auf.

Nachfrage nach Tickets bei Post ist gering

Über 300 Unterschriften wurden gegen eine Schließung gesammelt und sollen im November übergeben werden, eine Online-Petition (über die Seite von „Pro FJB“) wurde eingerichtet.

Die Nachfrage nach den Fahrkarten am Postamt hält sich, wie aus dem Umfeld verlautet wird, in Grenzen. Es würden hie und da Leute vorbeikommen, aber es sei überschaubar. ÖBB-Sprecher Christopher Seif kann zur Zukunft noch keine Angaben machen: „Das Projekt läuft bis November, danach wird evaluiert. Rein technisch betrachtet funktioniert es, die Zusammenarbeit mit den Postpartnern klappt.“

Antoni richtete indes eine parlamentarische Anfrage hinsichtlich der möglichen Gefährdung der Personenkassen an FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer.

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