Ein Neustart auf Sparflamme für Waldviertler Kinos. Zusammen 200 Gäste in Gmünd und Zwettl. Aber Freude über Comeback – und Ausblick.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 01. Juli 2020 (03:03)
Stefan Ruzowitzky: Am Sonntag live im Zwettler Kino.
APA

Auf kleiner Flamme, aber doch: Die Waldviertler Kinos Gmünd und Zwettl haben nach der coronabedingt mehr als dreimonatigen Zwangspause den Neustart erfolgreich hinter sich gebracht. Alleine aus diesem Grund wird das vorige Wochenende in die Geschichte der Stadtlichtspiele Gmünd GmbH als Eigentümerin beider Kino-Standorte, deren Ursprung bereits auf das Jahr 1918 zurückgeht, zurückgehen.

Keine Blockbuster, dafür Sommerwetter 

Daher bemüht sich Geschäftsführerin Julia Gaugusch-Prinz auch, das Positive in den Vordergrund zu rücken. Das Feedback der ersten Besucher nach dem Shutdown sei sehr erfreulich gewesen, sagt sie. Und: „Der Versuch, das Programm möglichst breit aufzustellen, hat sich bewährt – alle Filme wurden angenommen.“

Insgesamt sei der Zulauf aber „sehr überschaubar“ gewesen, spricht sie von insgesamt etwa 200 Kinogästen am Eröffnungs-Wochenende in Gmünd und Zwettl. Überragende Zahlen waren von Haus aus noch nicht zu erwarten gewesen, weil die großen US-Verleiher wegen der dort immer noch wütenden Pandemie neue Blockbuster auch international zurückhalten, zuletzt wurde der Start von Disneys „Mulan“ nochmal vertagt. Zum Start-Wochenende zog zudem erstmals heuer strahlendes Sommerwetter auf, auch das förderte nicht gerade den Kinobesuch.

„Blues Brothers“: Comeback eines Kultfilms

Angesichts der Umstände ist Gaugusch-Prinz zufrieden. Die Freude darüber, dass wieder Farbe auf die Leinwand kam, überwog. Sie will weiter ein breites Spektrum abdecken, teils mit bekanntem Material wie „Bohemian Rhapsody“, das in Zwettl gut zurückkehrte und vorläufig einmal die Woche gezeigt werden soll. Auch „1917“ läuft wieder, genauso „Die Känguru-Chroniken“.

In diese Reihe ordnet sich eine überarbeitete Fassung des 80er-Jahre-Kultfilms „Blues Brothers“ ein: Er wird zum 40er als „Extended Version“ mit noch nie gezeigten Szenen zurück in die Kinos gebracht. Gaugusch-Prinz will ihn ab 22. Juli als Angebot für Nostalgiker, „die’s wie ich noch live erlebt haben“, und mit dem Klassiker noch nicht in Berührung gekommene Junge in Gmünd und Zwettl spielen.

Oscar-Preisträger zieht: Doppel-Vorstellung!

Bereits diesen Sonntag steigt in Zwettl ein erstes Highlight nach dem Neustart: Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky präsentiert für eine Sonntagsmatinee ab 16.30 den an den Hesse-Klassiker angelehnten Film „Narziss und Goldmund“, für den auch im Stift Zwettl gedreht wurde. Über hundert Anmeldungen hat Gaugusch-Prinz bereits entgegengenommen, der große Saal wäre entsprechend der Abstandsregeln ausgebucht. Daher wurde für 17.20 Uhr eine zweite Vorstellung angesetzt, für die Ruzowitzky genauso vor das Publikum treten will.