Gmünder Spital: Anfeindungen wegen "Corona-Station". So schnell kann es gehen, dass man vom „Helden“ zum „Feind“ wird: Seit wieder Covid-19-Erkrankte im Gmünder Krankenhaus stationär betreut werden, werden Beschäftigte offenbar auch privat angefeindet und ausgegrenzt. Die Standortleitung des Landesklinikums Gmünd reagierte mit einer offiziellen Stellungnahme und bittet um Respekt.

Von Red. Gmünd. Erstellt am 30. September 2020 (13:22)
Landesklinikum Gmünd
M. Schwab

Die NÖN berichtete in der Vorwoche über diese neuerliche Einrichtung – schon zu Beginn der Corona-Pandemie war das Spital für die potenzielle Aufnahme Corona-Kranker vorbereitet gewesen, nun musste der Schritt tatsächlich vollzogen werden.

„Seitdem am Landesklinikum Gmünd Covid-19-Erkrankte betreut werden, wird unserem Personal sowohl im privaten als auch im öffentlichen Umfeld teils mit Skepsis, aber auch Ausgrenzung begegnet. Das führt in einer ohnehin sehr belastenden Situation zu unnötigen Kränkungen“, heißt es seitens des Landesklinikums, das auf das umfassende Sicherheits-und Hygienekonzept verweist, mit dem der maximal möglichen Schutz für Patienten und Personal gewährleistet werden könne.

Die Mitarbeiter würden auch die wöchentlichen Screening-Untersuchungen, die vom Land Niederösterreich angeboten werden, rege in Anspruch nehmen.

Dass seitens der Standortleitung jetzt um Respekt für die Mitarbeiter im Krankenhaus gebeten werden muss, ist anscheinend von Nöten. In der Aussendung heißt es nämlich: „Wir bitten, den Menschen, die in dieser Ausnahmesituation gerade Außergewöhnliches leisten und somit auch dafür Sorge tragen, dass die medizinische und pflegerische Versorgung für die lokale und regionale Bevölkerung weiterhin in der gewohnten Qualität aufrecht erhalten bleibt, mit dem nötigen Respekt zu begegnen.“

Das ist das Schreiben der Standortleitung des Landesklinikums Gmünd im Original-Wortlaut:

Das Landesklinikum Gmünd wurde am 24.9.2020 mit der verantwortungsvollen Aufgabe betraut, an COVID 19 Erkrankte in der Region Waldviertel zu versorgen.

Bereits im Vorfeld wurde an unserem Klinikum ein umfassendes Sicherheits-und Hygienekonzept erarbeitet, das maximal möglichen Schutz für Patienten und Personal gewährleistet. Darüber hinaus bietet das Land Niederösterreich für alle Krankenhausmitarbeiter wöchentliche Screening-Untersuchungen an, die rege in Anspruch genommen werden.

Zusammenfassend geht von Bediensteten des Landesklinikums Gmünd durch ihren Einsatz im Kampf gegen die Pandemie sicher kein höheres Infektionsrisiko aus. Wir bitten, den Menschen die in dieser Ausnahmesituation gerade Außergewöhnliches leisten und somit auch dafür Sorge tragen, dass die medizinische und pflegerische Versorgung für die lokale und regionale Bevölkerung weiterhin in der gewohnten Qualität aufrecht erhalten bleibt, mit dem nötigen Respekt zu begegnen.