Freiwillige CoV-Tests: Negativ mit positiver Wirkung. Seit mittlerweile acht Wochen gibt es im Romantik-Hotel Stern am Gmünder Stadtplatz jeden Dienstag das selbe Bild: Zwei Mitarbeiter eines Labors aus Eugendorf bauen ihre Gerätschaften im Besprechungssaal auf, dann wird es für die 20 Mitarbeiter und die Hotelbetreiber Christian Kölling sowie Mark Bauer ernst. Sie unterziehen sich - genauso wie die Belegschaft der Avia-Station - freiwillig einem Corona-Test in Form eines Rachenabstriches.

Von Karin Pollak. Erstellt am 10. September 2020 (07:08)
Christian Kölling, neben Mark Bauer Inhaber des Romantikhotels Stern in Gmünd, lässt sich seit 24. Juli einmal in der Woche auf Corona testen. Bisher verliefen alle Tests in diesem Tourismusunternehmen negativ.
Karin Pollak

„Seit dem ersten Test am 24. Juli haben wir nur negative Ergebnisse“, hebt Kölling beim Pressetermin hervor. Und, im selben Atemzug: „Das kann sich natürlich jederzeit ändern. Aber wir sind gerüstet und können dann sofort reagieren.“ 

Nachfrage reicht für zwei Hotels

Dass sich das Hotel, das erst im Juli von Bauer und Kölling übernommen worden war, an der Corona-Testaktion „Sichere Gastfreundschaft“ beteiligen würde, war für die beiden Hoteleigentümer von Beginn an klar. „Unsere Gäste reagieren sehr positiv darauf, dass unsere Mitarbeiter regelmäßig getestet werden. Das ist somit nicht nur ein super Aushängeschild für die Gastronomie, sondern auch ein verkaufsförderndes Argument. Auch unsere Mitarbeiter profitieren davon, teilweise haben sie auch pflegebedürftige Angehörige zuhause“, meint Kölling.

Das Hotel mit 40 Zimmern und 75 Betten ist laut Kölling seit Wochen ausgebucht. „Die Gäste buchen jetzt sehr kurzfristig, oft von einem Tag auf den anderen. Wir müssen leider auch extrem viele, die direkt bei uns nach einem Zimmer fragen, wegschicken. Wir könnten momentan sicherlich ein zweites Hotel füllen“, sagt er. Den Zulauf führt er auch auf die ständigen Corona-Tests zurück: „Schon bei der telefonischen Reservierung gibt es Fragen zu Corona-Maßnahmen. Dabei können wir natürlich auch auf die Tests hinweisen.“

Die Tests machen einen vorsichtiger

Die Mitarbeiter, die dienstags im Haus sind, werden also seit acht Wochen getestet. Das Ergebnis gibt’s am frühen Mittwoch-Nachmittag aufs Handy, wobei die Eigentümer nur die eigenen Ergebnisse erfahren. Das Warten darauf mache immer noch nervös, sagt Kölling, der selbst noch keinen Kontakt zu einem Corona-Infizierten gehabt hat. Die Tests würden, wie er meint, auch vorsichtiger machen: Er meide nun größere Veranstaltungen und größere Menschen-Ansammlungen, will das auch in nächster Zeit beibehalten. Im Stern selbst finden jetzt wieder Veranstaltungen statt, aber, so Kölling: „Das ist Sache des Unternehmens, der gebucht hat. Wir tun natürlich, was wir tun müssen und können. Eine Prognose für den Herbst oder Winter kann niemand abgeben.“

Fix ist aber, dass die Tests, die vom Tourismusministerium initiiert und vom Bund bezahlt werden, weiter angeboten werden. „Es tut überhaupt nicht weh, der Abstrich im Rachen ist nur etwas unangenehm“, weiß Kölling aus Erfahrung. Für den Fall eines positiven Tests unter Mitarbeitern wäre er bereits im Hotel und auch Restaurant vorbereitet, der Betrieb könnte uneingeschränkt weiterlaufen. „Natürlich werden im Verdachtsfall auch die betroffenen Mitarbeiter freigestellt, bezahlt natürlich.“

Neben dem Romantik-Hotel Stern nimmt auch die Gmünder Avia-Station an der seit 1. Juli laufenden Aktion „Sichere Gastfreundschaft“ teil. 

Bis 8. September wurden dabei insgesamt 12.029 Abstriche in 124 Betrieben in Niederösterreich vorgenommen, wobei sich seit 1. September neben Beherbergungsbetrieben auch Gastro-Betriebe anmelden können.