Grenze ganz dicht: Waldviertel rückt wieder an den Rand. Hiobsbotschaft für unzählige Betriebe und Beschäftigte in Grenznähe vor allem im Waldviertel und in Südböhmen: Wie tschechische Medien am Abend des 23. März berichten, werden die restriktiven Ein- und Ausreisebeschränkungen Tschechiens zu Österreich und Deutschland auf eine Grenzschließung auch auf tägliche Berufspendler erweitert.

Von Markus Lohninger und Werner Grubeck. Erstellt am 23. März 2020 (19:28)
Seit Tagen schon kein Durchkommen mehr beim Grenzübergang Neu-Nagelberg - jetzt wird es auch in Gmünd und Grametten eng
Christine Deutsch

Berufspendler hätten demnach wegen des Coronavirus bis 25. März Zeit, sich für den dauerhaften Verbleib in der Heimat oder für die Arbeit mit mehrwöchigem – die Rede ist von dreiwöchigem – Aufenthalt im Ausland zu entscheiden, sagte Innenminister Jan Hamáček demnach in Prag. In zweiterem Fall dürfe eine Rückkehr nach Tschechien erst nach zweiwöchiger Quarantäne erfolgen, heißt es etwa auf Deník.cz. 

Das Waldviertel wird dadurch erstmals seit dem Fall des „Eisernen Vorhanges“ 1989 wieder an den Rand rücken. Für etliche Berufssparten im Waldviertel sind tschechische Arbeitskräfte aufgrund des eingeschränkten Radius aber mittlerweile essentiell: Alleine im Bezirk Gmünd mit mehr als hundert Kilometer langer Außengrenze zu Südböhmen sind ausländische Arbeitskräfte laut aktueller Pendleranalyse der Arbeiterkammer die drittgrößte Gruppe der Einpendler (nach solchen aus den Bezirken Waidhofen/Thaya und Zwettl), in Waidhofen die viertgrößte. 

Was die Maßnahme konkret für den Warenaustausch zwischen den Ländern bedeutet, darüber liegt derzeit noch keine Information vor. Im Raum stehen auch hier offenbar massive Einschränkungen. Der Lkw-Verkehr zwischen Südböhmen und dem Waldviertel wurde wie berichtet bereits seit 14. März zur Gänze über die Grenzübergänge in Grametten (Gemeinde Reingers; nur 5-22 Uhr) und Gmünd (rund um die Uhr) abgewickelt. Österreichern die Einreise bereits von tschechischer Seite verboten, Tschechen durften nur beruflich bedingt die Grenze passieren.