Von der Skipiste zur Brandruine. Gleich neben der Heinrichser Kirche brannten Stadel und Schuppen von Johannes Winkler. Der Schaden ist enorm.

Von Karin Pollak. Erstellt am 31. Januar 2020 (12:49)
Die Flammen, die aus dem Stadel und dem Maschinenschuppen geschlagen sind, waren weithin sichtbar.
privat (Lukas Pollak)

Die SMS-Alarmierung, die der Landwirt und Feuerwehrmann Johannes Winkler am 24. Jänner in Schladming mitten auf der Skipiste hereinbekam, galt seinem eigenen landwirtschaftlichen Anwesen in Heinrichs: Bei einem Brand entstand ein Schaden in vermutlich sechsstelliger Höhe.

Die Bauhof-Mitarbeiter Andreas Decker und Franz Hobiger waren gegen 9 Uhr bei ihrer Fahrt nach Pyhrabruck auf den Schuppenbrand aufmerksam geworden, alle Feuerwehren der Gemeinde Unserfrau-Altweitra (Heinrichs, Pyhrabruck, Oberlembach, Schagges, Unserfrau und Altweitra) sowie die Feuerwehren Weitra und Wultschau rückten an. Unter der Einsatzleitung von Kommandant-Stellvertreter Christoph Müllner von der Feuerwehr Heinrichs konnten die rund 120 Floriani ein Übergreifen der Flammen auf das ans Objekt angebaute Wohnhaus, das nahegelegene Nachbaranwesen sowie auf die neugotische Dorfkirche verhindern. Ein Kälbchen im Stadel konnte nicht gerettet werden.

„Ich habe laufend Fotos auf mein Handy geschickt bekommen. Das war schon extrem.“ Johannes Winkler

Der Stadel und der Maschinenschuppen brannten komplett nieder. „Die angrenzenden Gebäude waren zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Der Einsatz ging problemlos über die Bühne, die Zusammenarbeit mit den anderen Wehren hat perfekt gepasst“, meinte Kommandant Peter Kaineder. Mit der Drehleiter der Wultschauer Kameraden wurden die Flammen aus rund 30 Metern Höhe bekämpft. Löschwasser dafür gibt es in Heinrichs ausreichend – dank einem Hydranten und vier Löschwasserbassins im Ort. „Brand aus“ konnte gegen 19.30 Uhr gegeben werden, die Brandwache der Feuerwehr Heinrichs dauerte bis zum Morgen des 25. Jänner.

Landwirt Johannes Winkler und Feuerwehr-Kommandant Peter Kaineder vor der Brandruine und der nahen Kirche von Heinrichs.
Karin Pollak

Johannes Winkler, der mit Freunden noch bis 25. Jänner in Schladming bleiben wollte, fuhr sofort nach der Nachricht über den Brand in seinem Bauernhof zurück: „Ich habe laufend Fotos auf mein Handy geschickt bekommen. Das war schon extrem“, meint er gegenüber der NÖN. Seine Eltern, die ebenfalls am Hof wohnen, waren ziemlich geschockt.

„Die Einsatzkräfte haben tolle Arbeit geleistet. Als Feuerwehrmann kann ich das sehr gut beurteilen“, dankt er. Jetzt muss er noch die Ermittlungen des Brandsachverständigen abwarten, denn die Ursache des Feuers ist noch nicht bekannt. „Dann wird die Brandruine auf den rund 600 m 2 beseitigt und alles neu aufgebaut. Auch die verbrannten Geräte, darunter zwei Traktoren, kann man ersetzen. Es gibt eine Versicherung. Wichtig ist, dass niemand zu Schaden gekommen ist“, sagt Winkler.

Kommandant Kaineder dankte allen Kameraden für die Zusammenarbeit – und Fleischermeister Gottfried Wandl für Unterstützung ganz anderer Art: „Er hat online vom laufenden Brandeinsatz erfahren, ist mit einer Gratis-Jause für die Feuerwehrmitglieder vorbei gekommen.“