Kleine Pfarre mit viel Kraft. 190 Seelen gehören zur viertkleinsten Pfarre der Diözese St. Pölten. Gemeinsam sind sie stark.

Von Karin Pollak. Erstellt am 17. Mai 2019 (05:58)
Karin Pollak
Pfarrer Joachim Musial (links) und Pfarrkirchenratsobmann-Stellvertreter Gerhard Glatz können bei der Pfarrhofsanierung auf Unterstützung aus der Bevölkerung bauen.

Mit rund 190 Pfarrangehörigen ist die Pfarre Höhenberg (Gemeinde Großdietmanns) die viertkleinste Pfarre der Diözese St. Pölten. Dennoch ist sie von einem sehr aktiven Pfarrleben geprägt, gemeinsam konnte vieles geschafft werden.

„Ja, wir versuchen, aktiv zu bleiben. Es wird zwar immer schwieriger, aber es gibt einige Leute, die vorne stehen und die Bevölkerung motivieren“, betont Pfarrkirchenratsobmann-Stellvertreter Gerhard Glatz. Egal ob bei den alle zwei Jahre stattfindenden Pfarrfesten, bei den kirchlichen Festen oder bei den Renovierungen – die Höhenberger und Reinpolzer, die zur Pfarre Höhenberg gehören, halten zusammen.

Das war bei der Kirchenrenovierung vor einigen Jahren so und wird derzeit bei der Sanierung des Pfarrhofes gezeigt. Seit dem Vorjahr werden in diesem seit Jahren leer stehenden Gebäude, das bei Festen und für Sitzungen verwendet wird, die Fenster und die Fassade erneuert. „Das machen wir in drei Abschnitten. Die Kosten von rund 60.000 Euro teilen sich die Diözese und die Pfarre, auch die Gemeinde unterstützt uns dabei“, so Glatz. Der Pfarranteil verringert sich um die vielen freiwilligen Arbeitsstunden, die geleistet worden sind und noch werden. Spenden von den Pfarrangehörigen machen die Finanzierung erst möglich. „Wenn die Bevölkerung sieht, dass sich etwas tut, dann ist sie auch bereit, Geld dafür zu spenden“, ist Glatz überzeugt.

„Wenn die Bevölkerung sieht, dass sich etwas tut, dann ist sie auch bereit, Geld dafür zu spenden.“Pfarrkirchenratsobmann-Stellvertreter Gerhard Glatz

Aktiv wird auch in der Kirche mitgewirkt. Es gibt einen eigenen Kirchenchor und mit Gerhard Breunhölder, der als Pfarrgemeinderatsobmann-Stellvertreter fungiert, auch einen eigenen Organisten, der auch in den Nachbarpfarren aushilft. Als gelernter Gärtner sorgt er auch für den Blumenschmuck in der Pfarrkirche.

Eigenständig erfolgt in dieser Pfarre auch das Finanzielle mit Abrechnungen und allem, was sonst noch dazu gehört – unentgeltlich natürlich. Der größte finanzielle Brocken sind laut Glatz die Versicherungsbeiträge, die die Größe der Gebäude zur Grundlage haben. Die kleine Pfarre Höhenberg verfügt nämlich über eine große Kirche und einen sehr großen Pfarrhof. „Bis 1919 gehörten zu unserer Pfarre auch die Orte Weißenbach, Naglitz, Tannenbruck, Fischerhäuser und Thiergarten. Diese machten zwei Drittel unserer Pfarre aus, sie sind an die damalige Tschechoslowakei gefallen“, weiß Glatz.

Pfarrverband besteht schon Jahrzehnte

In der im 13. Jahrhundert errichteten Kirche agiert Pfarrer Joachim Musial, der auch die Pfarren Unserfrau und Heinrichs betreut. Für ihn ist das Wirken in der kleinen Pfarre eine Freude. „Ich habe in Krakau in einer Pfarre mit rund 15.000 Angehörigen gearbeitet. In kleinen Pfarren ist es persönlicher und vieles funktioniert besser“, meint Musial, der den schon über Jahrzehnte bestehenden Pfarrverband Heinrichs und Höhenberg, zu dem auch Unserfrau dazu kam, gerne übernommen hat: „Dass in kleinen Pfarre nicht so viele Messbesucher zu verzeichnen sind, ist klar. Auch mit drei Erstkommunionkindern, die Ende Mai ihre Feier haben, sind wir nicht großartig. Aber in der Pfarre Gmünd-Neustadt gab es im Vorjahr auch nur vier Erstkommunionkinder.“