Wird 70er-Zone erweitert?. Dietmannser Bürgerinitiative will 70er-Zone auf der B41 in Richtung Weitra erweitern, um die gefährliche „Friedhofskreuzung“ zu entschärfen.

Von Karin Pollak. Erstellt am 28. September 2017 (04:52)
Karin Pollak
Hermann Kitzler, Karl Zeinlinger (links) sowie Christoph Jindra (rechts) von der Bürgerinitiative fordern weiterhin eine Ausweitung der 70er-Zone auf der B41. Dass das Ausfahren aus dem Friedhofskreuzungsbereich von der Eichberger Straße kommend immer gefährlicher wird, unterstreicht auch Bürgermeister Johann Weissenbök. Am 19. September fand dazu wieder eine Verkehrsverhandlung statt.

Seit November 2014 fordert eine Initiative Dietmannser Bürger die Ausweitung der 70er-Zone auf der B41 von Gmünd kommend in Richtung Weitra. Jetzt gab es dazu eine weitere Verkehrsverhandlung.

300 Unterschriften wurden vor drei Jahren an Bürgermeister Johann Weissenbök (ÖVP) übergeben, der die Behörden auf diese Forderung aufmerksam machte. Seither wurden Verkehrsverhandlungen, Verkehrszählungen und Lärmmessungen durchgeführt, doch im Juni wurde das Verfahren eingestellt.

„Das wollten wir nicht hinnehmen“, betonte Karl Zeinlinger, der mit Hermann Kitzler und Christoph Jindra die Bürgerinitiative leitet. Die erhoffte Hilfe gab es von Abgeordneter Martina Diesner-Wais (ÖVP). Nachdem die Gemeinde Großdietmanns eine Stellungnahme bei der Bezirkshauptmannschaft eingebracht hat, wurde das Verfahren wieder aufgenommen.

Messungen & Gutachten werden angezweifelt

Eine neuerliche Verkehrsverhandlung brachte am 19. September die Vertreter von Bezirkshauptmannschaft, Straßenbauabteilung 8, Polizei, Bauern- und Wirtschaftskammer, Post und Gemeinde zur Kreuzung B41 mit der Eichberger Straße.

42.800 Fahrzeuge wurden in diesem Bereich bei einer Verkehrszählung von 4. bis 11. September gezählt, also 6.948 Fahrzeuge täglich. „Diese Zahlen sind für uns nicht nachvollziehbar. Bei der Verkehrszählung im März 2015 waren es 7.089 Fahrzeuge täglich. Jetzt hätten wir um 141 weniger, das ist fast nicht möglich“, so Kitzler.

Auch das Ergebnis des jetzt erstellten technischen Lärmgutachtens sei nicht nachvollziehbar. „Bei mir wurde im April 2014 eine Lärmmessung durchgeführt, sie ergab 64,8 Dezibel. Private Messungen brachten sogar über 80 Dezibel“, so Kitzler.

Beim Lokalaugenschein wurde die „Friedhofskreuzung“ neu vermessen. Dabei kam heraus, dass die Sicht von der Eichberger Straße in die B41 Richtung Gmünd bei guter Sicht nur 170 Meter beträgt. „Laut Gutachter ist auf einer Umfahrung wie der B41 eine Mindestsicht von 200 Metern erforderlich“, so Kitzler.

Ob die fehlenden 30 Meter Auswirkungen auf die Ausweitung der 70er-Zone haben werden, wird man beim nächsten Treffen sehen. Bis dahin sollen der Verkehrsspiegel bei der Eichberger Straße in die Mitte der Ausfahrtsstraße versetzt und eine neue Berechnung betreffend B41-Überquerungen von Traktoren und Pkw erstellt werden.

„Wir wünschen uns, dass die 300 Unterschriften nicht ungehört bleiben und nicht Unfälle mit Toten passieren müssen, um die Kreuzung zu entschärfen“, so die Vertreter der Bürgerinitiative, die auf Unterstützung der Gemeinde und der Bauernkammer zählen können. Gegen den erweiterten 70er sprach sich die Wirtschaftskammer aus.