Leyrer+Graf baut neuen U-Bahn-Knoten. Neues U-Bahn-Linienkreuz von U2 und U4 in der Pilgramgasse: Leyrer+Graf treibt Arbeiten federführend voran.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 13. April 2019 (07:19)
NOEN

Am Sonntag stand die U4-Station Pilgramgasse beim Vienna City Marathon im Blickpunkt einer breiten Öffentlichkeit, aber als klassischer Dreh- und Angelpunkt für Begleiter entlang der Strecke fiel sie heuer aus: Die Station ist bis Jänner 2020 gesperrt, weil sie im Zuge der geplanten U2-Verlängerung zum Matzleinsdorfer Platz zum U-Bahn-Knoten ausgebaut wird. Für die spektakulären Arbeiten überm Wienfluss zeichnet die Leyrer+Graf Bau GmbH aus Gmünd als Generalunternehmerin verantwortlich.

Eine Arbeitsgemeinschaft mit Habau und RZ Bau wickelt neben dem Umbau auch die Unter- und Oberbau-Sanierung der Linie U4 vom Margaretengürtel bis zum Karlsplatz ab.

Knoten.
Reger Betrieb am künftigen U-Bahn-

Zeitdruck in Top-Lage bei laufendem Betrieb

Herausforderungen stellen die knappe Bauzeit in Kombination mit stark frequentierter Innenstadt-Lage und hochkomplexer Baustellenlogistik dar – die Bahn passiert die Station bis Anfang 2020, ohne hier zu halten. Stehen bleibt im Zuge des Umbaus nur das denkmalgeschützte Otto-Wagner-Hauptgebäude aus dem späten 19. Jahrhundert, ansonsten werden bis Anfang 2020 die komplette Station und beide Bahnsteige abgetragen und neu errichtet. Für den späteren U2-Ausbau wird die Station unter der bestehenden U4-Station, die laut Wiener Linien normal von 20.000 Zu- und Aussteigern pro Tag genutzt wird, gebaut.

Von einer etwa 2.000 m² großen Arbeitsplattform über dem Wienfluss wird die Baustelle bedient. Bahnsteigdächer, Aufnahmegebäude und die Trennmauer der Station zum Fluss wurden abgetragen. Um den Bahndurchzug nicht zu beeinträchtigen, erfolgen die Arbeiten hinter Schutzwänden bzw. in der dreistündigen Betriebspause nachts.

Aktuell betreffen Spezialtiefbau-Arbeiten unter anderem das Setzen von bis zu 35 Meter tiefen Bohrpfählen durch einen Ausleitkanal des Wiental-Sammelkanals, Ankerungen, dichtende Spundwände oder Bohrträgerverbau. Auf Nebenschauplätzen entstehen unter anderem ein Pumpwerk und eine Überlaufkammer, um Regenwasser über eine provisorische Rohrbrücke über die U-Bahn-Trasse in den Fluss zu leiten. Auch einige Betriebsräume werden umgebaut bzw. saniert.

Während der Betriebspausen werden in einem Teilstück Gleis, Schwellen und Gleisschotter abgetragen und der Zustand des Untergrundes geprüft. Im Sommer soll auf etwa 1,5 km Länge der gesamte Ober- und Unterbau erneuert werden. Dazu werden zwischen Anfang Juli und Mitte August Gleis, Schwellen und Schotter sowie auf einem Meter Höhe der Unterbau abgetragen und neu hergestellt.

NOEN
Spektakuläres Szenario bei der Station Pilgramgasse, die normal 20.000 Passagiere täglich passieren.

Teil von Konzept für neuen Knoten U2/U5

Auch die U4-Bahnsteige Margaretengürtel und Kettenbrückengasse sollen während einer Sperre im Sommer revitalisiert werden.

Erneuerung und Ausbau an der U4 sind Teil eines Gesamtkonzeptes für ein neues Linienkreuz U2/U5, mit dem sich das Netz laut Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer „auf eine neue Ebene“ hebt: „Stark frequentierte Linien werden entlastet, Kapazitäten für die Zukunft der wachsenden Stadt geschaffen, neue Verbindungen und Verkehrsknoten bringen kürzere Reisezeiten.“

Die U2 erhält ab dem Rathaus eine neue Linienführung über Neubaugasse, Pilgramgasse und Reinprechtsdorfer Straße zum Matzleinsdorfer Platz. Die neue U5 soll ab 2025 als erste selbstfahrende Bahn für Wien die U2-Strecke zwischen Karlsplatz und Rathaus übernehmen und im ersten Schritt bis zum Frankhplatz führen.