Gegen Klimawandel: Alles ist „KLAR!“ im Lainsitztal. Anpassung an die Folgen des Klimawandels wird in den Gemeinden zum großen Thema, Kreativität ist gefragt.

Von Brigitte Kögler. Erstellt am 25. Juli 2021 (04:39)
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Wollen in der Kleinregion Bewusstsein für Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel schaffen: (vorne:) Maria Grübl (Moderation), Doris Maurer (KLAR! Waldviertler Kernland), Martin Bruckner (Großschönau), Verena Litschauer (KLAR! Lainsitztal), Otmar Kowar (Unserfrau-Altweitra); hinten: Tino Blondiau (Energie- und Umweltagentur NÖ), Hermann Hahn jun. (Bad Großpertholz), Markus Wandl (Bezirksbauernkammer-Obmann), Stefan Stangl (St. Martin), Roman Prager (Moorbad Harbach). 
Brigitte Kögler

Wer in diesen Wochen die Schlagzeilen liest, wird mit alarmierenden Nachrichten über bereits wirksame Folgen der Klimakrise konfrontiert. Selbst Menschen, die einem Klimawandel skeptisch gegenüber stehen, nehmen ein vermehrtes Auftreten von Extremwetterereignissen wahr: etwa Starkregen, Hagel, Trocken- und Hitzeperioden, Sturm.

Fünf Gemeinden im Lainsitztal — Bad Großpertholz, Großschönau, Moorbad Harbach, St. Martin und Unserfrau-Altweitra — wollen nun durch gemeinsame Projekte gezielt an der notwendigen Anpassung an den Klimawandel arbeiten und nehmen am Programm KLAR! (Klimawandel-Anpassungsmodellregion) teil, das vom Klima- und Energiefonds gefördert wird.

„Jeder soll nach der Umsetzung sagen: Das hat wirklich Sinn gemacht!“ Doris Maurer

Die Modelllregion im Lainsitztal ist eine von 74 österreichweit. Bei der Auftaktveranstaltung unter dem Motto „Wir machen klimafit!“ am Sonnenplatz in Großschönau wurde in Referaten erklärt, warum es Zeit zu handeln ist, wie Klimaschutz sich rechnet und dass Maßnahmen zur Klimaanpassung nur Schutz für uns selbst bedeuten.

„Wir fünf Bürgermeister haben beschlossen, die Augen aufzumachen und uns nicht zu fürchten“, zeigt sich Bürgermeister Martin Bruckner aus Großschönau tatbereit. Die Fünf wollen Gemeinderäte und Bürger motivieren, sich mit dem Thema zu beschäftigen und aktiv zu werden, Wissen aufzubauen und die Achtsamkeit zu erhöhen. Natürlich werden auch Förderungen ausgearbeitet werden. „Wir müssen die Chancen nutzen“, ermuntert KLAR!-Ansprechperson Verena Litschauer.

Kreativität ist gefragt bei der gemeinsamen Entwicklung eines Mix von rasch wirksamen Mitteln wie Auffangen und Versickern von Regenwasser bis hin zu langfristigen Veränderungen wie einem Waldumbau. Erste Inputs wurden gleich unter den Besuchern erhoben. Im kommenden Halbjahr werden in jeder beteiligten Gemeinde Themen wie Biodiversität, Wald, Landwirtschaft und Katastrophenschutz mit Experten zur Sprache gebracht. „Es ist zu schaffen!“, ist Bruckner überzeugt und erinnert daran, wie man erst vor wenigen Jahrzehnten Müll- und Abwasserentsorgung kommunal organisiert hat.

Dabei geht es bei den Vorhaben vor allem um den Wohlfühlfaktor der Bevölkerung, wie Referentin Doris Maurer (KLAR! Waldviertler Kernland), die mit 14 Gemeinden im südlichen Waldviertel seit 2017 Projekterfahrung hat, anmerkt: „Jeder soll nach der Umsetzung sagen: Das hat wirklich Sinn gemacht!“