Proben für den Ernstfall: Aus Moorheilbad evakuiert. Renovierungs-Arbeiten in Bettentrakt ermöglichten am Montag groß angelegte Evakuierungs-Übung mit 41 Einsatzkräften der umliegenden Feuerwehren.

Erstellt am 31. August 2017 (05:37)
Moorheilbad Harbach
Dicke Luft im Moorheilbad Harbach.

Feuerwehr-Großeinsatz im Moorheilbad Harbach! Der Umstand, dass ein größerer Gebäudebereich des größten Dienstleistungs-Betriebes im Bezirk wegen anstehender Renovierungs-Arbeiten leer stand, wurde am 28. August für eine Evakuierungs-Übung genutzt. Für Patienten gab es durch den Leerstand keine Beeinträchtigungen.

Moorheilbad Harbach
41 Einsatzkräfte mit acht Fahrzeugen und etliche Mitarbeiter waren an der Übung im Moorheilbad Harbach beteiligt.

Das Szenario wurde von den Brandschutzbeauftragten des Moorheilbades mit den beteiligten Feuerwehren ausgearbeitet. Geprobt wurde unter Mitwirkung einiger Moorheilbad-Mitarbeiter, die auch als Statisten mitwirkten. Übungsannahme war ein Alarm durch einen Brandmelder im dritten Obergeschoß, ausgelöst von einem Brandherd mit starker Rauchentwicklung, die sich über den Flur auf elf Zimmer ausbreitete. Die sofort in Gang gesetzte Notfallkette führte zur Alarmierung der Feuerwehren Lauterbach, Harbach und Wultschau sowie von Ärzten, Pflege- und Krisenteam des Moorheilbades. Während die Wehren den Einsatz vorbereiteten, bereiteten sich Mitarbeiter auf die Rettung der in Zimmern festsitzenden „Patienten“ und die Versorgung etwaiger Verletzter vor.

Moorheilbad Harbach
Das Szenario von außen: Rauch aus dem Fenster, Hilferufende am Balkon.

Unter der Einsatzleitung von Michael Pischinger (Feuerwehr Lauterbach) starteten drei Atemschutztrupps mit der Personenrettung und der Lokalisierung des Brandherds (simuliert durch nicht toxischen Rauch). Ein „Patient“ konnte von Mitarbeitern der Pflege mittels Brandfluchthauben gerettet werden, die anderen wurden von der Feuerwehr über das Stiegenhaus bzw. mit dem Hubrettungsgerät der Feuerwehr Gmünd via Balkon gerettet. Die Versorgung übernahmen Ärzte und Pflegekräfte des Moorheilbades. Die Feuerwehr Unserfrau war mit einem Atemluft-Fahrzeug vor Ort.

Moorheilbad Harbach
Bei der Feuerwehr-Übung (v.li.): Günter Miedler (Kommandant Feuerwehr Harbach/stellvertretender Brandschutzbeauftragter Moorheilbad), Brandschutzbeauftragter Günter Reich, Geschäftsführerin Karin Weißenböck, Übungsbeobachter Hannes Müllner, Michael Böhm (Kommandant Feuerwehr Gmünd) sowie Michael Pischinger, Einsatzleiter der Feuerwehr Lauterbach.

Der Einsatz dauerte rund zwei Stunden, wurde von Übungsbeobachter Hannes Müllner überwacht, mit den beteiligten Feuerwehren ausgewertet und nachbesprochen. Der Brandschutzbeauftragte Günter Reich und Geschäftsführerin Karin Weißenböck zeigten sich nach der Übung zufrieden. Weißenböck dankte den Feuerwehren und dem Brandschutzteam für die „ausgezeichnete Zusammenarbeit im Sinne der Sicherheit unserer Patienten und Mitarbeiter“. Die gut geschulten Mitarbeiter seien noch besser auf einen eventuellen Ernstfall vorbereitet worden, ergänzte Weißenböck: „Wir hoffen alle, dass so ein Szenario nicht passieren wird. Durch diese Übung konnte jedoch unser Notfallkonzept in der Praxis geprobt und getestet werden.“

Auch neues HLF 3 bei Übung im Einsatz

Im Einsatz stand auch das neue HLF 3 der Feuerwehr Lauterbach. Dabei herrschte wegen des Ankaufs des 300.000 Euro teuren Fahrzeuges von einigen Seiten große Skepsis. Einerseits wegen der Kosten – ein anderes Fahrzeug wäre jedoch wegen gesetzlicher Vorgaben nicht in Frage gekommen – andererseits wegen der Frage, ob die Unterbringung in der Garage aufgrund der Fahrzeuggröße möglich ist.

Möglich wurde der Ankauf durch die Unterstützung durch das Land NÖ und der Gemeinde. Die Firma Magirus Lohr aus Graz schaffte es, erstmalig ein HLF 3 zu konstruieren, das die Höhe von drei Metern nicht überschreitet und so ein teurer Umbau der Feuerwehrgarage nicht notwendig wurde. Als Patinnen wurden Stefanie Fürstenberg und Karin Weißenböck gewonnen.