Bogensport-Zentrum: Skigebiet wird fit für den Sommer. Im Wintersport-Ort Harmanschlag soll im Frühjahr der erste 3D-Parcours der Region öffnen. Behördenverfahren laufen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 14. September 2016 (06:12)
Markus Lohninger
Bei der „Jagd pur“ präsentierten sich auch die Bogenschützen einem breiteren Publikum, bis zum Frühjahr 2017 wollen sie einen ersten 3D-Parcours im oberen Waldviertel errichten. Am Foto (von links): Christian Haneder, Katalin Tormasi, Arno Witura, die Schnupperer Andreas Waschka, Tobias Breinhölder, Claudia Kostistansky und Katharina Schippany. Foto: Markus Lohninger

Der Wintersport-Ort Harmanschlag soll ab kommendem Frühjahr eine neue Attraktion für die schneefreien Monate erhalten: Eine Gruppe um Arno Witura hat nach Zustimmung aller Grundstücks-Eigentümer die Unterlagen für die Behördenverfahren zur Schaffung des ersten 3D-Parcours für Bogenschützen im oberen Waldviertel eingereicht.

An die 30.000 Euro sollen investiert werden

Das bis zu 11 ha große Waldareal, das für das Vorhaben umgewidmet werden müsste, befindet sich rechts direkt neben den Arraliften, für die der Ort über den Bezirk hinaus bekannt ist.

Genau diesen Umstand sieht Witura als großes Plus der Pläne. „Eine tolle Infrastruktur mit Parkplätzen, Wirten und Toiletten ist dank der Lifte vorhanden, der Betrieb wird durch schneearme Winter aber immer schwieriger. Der 3D-Parcours bietet sich da als ideale neue Belebung an“, sagt er.

An die 30.000 Euro sollen nach dem erhofften positiven Ausgang der Behördenprozesse in Leihbögen und Tierattrappen im Wald investiert werden – meint die Bezeichnung 3D-Parcours doch einen Kurs mit etwa 30 Kunststoff-Tieren, auf die mit Pfeil und Bogen geschossen wird (siehe unten!).

Partnerverein hat bis zu 5.000 Gäste pro Jahr

Dabei will der im Entstehen begriffene Verein eine Marktlücke besetzen: Der Bogensport boomt, der 1963 gegründete Bundesverband durchbrach erst voriges Jahr die 200-Vereine-Marke und hält jetzt schon bei 217 Mitglieds-Vereinen.

Dennoch gibt es im oberen Waldviertel keinen offiziellen 3D-Parcours. Bemühungen, solche in Hoheneich und Litschau zu schaffen, scheiterten. Die wachsende Zahl der Bogenschützen muss Anreisen in Kauf nehmen.

So entstanden auch die Kontakte zum Harmanschlager Partnerklub „Stoneface Archery“ aus Unterweißenbach im Mühlviertel, der den Entwicklungsprozess am Arra begleitet. Christian Haneder, der die dortige Anlage mit zwei Brüdern ins Leben rief, lässt die Dimension erahnen, in der sich der Bogensport im Wald bewegt: Trotz der im Mühlviertel großen Auswahl an Anlagen bewältigen den Kurs in Unterweißenbach ihm zufolge bis zu 5.000 Menschen aller Altersschichten pro Jahr.

Eine solche „Begehung“ bedeutet zweieinhalb bis drei Stunden Bewegung in frischer Waldluft abseits des Alltagstrubels – bei Gruppen auch mehr.

Zur Sache:

Bogenschießen.
Das Bogenschießen ist eine der ältesten Jagdformen der Menschheit und spielte lange Zeit in kriegerischen Auseinandersetzungen eine wesentliche Rolle. Heute ist es in Österreich – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern – zu Jagdzwecken verboten. Das Schießen mit hochentwickelten Sportgeräten auf standardisierte Zielscheiben ist aber die am weitesten verbreitete Bogensport-Art und als solche seit 1972 auch olympisch.

3D-Bogenschießen.
Das 3D-Bogenschießen ist der Jagd nachempfunden. Geschossen wird in 3D-Parcours meist im Wald auf Schaumstofftiere. Die Situation orientiert sich am jagdlichen Vorbild und bietet natürliche Hindernisse im Wald, zu bezwingende Hänge sowie Schießen im Stehen, Knien oder Liegen bzw. vom Hochstand. Ein Parcours fasst meist an die 30 Ziele (Quelle: Wikipedia).

3D-Parcours.
Die nächstgelegenen 3D-Parcours in Österreich liegen in Yspertal (Bezirk Melk), beim Stausee Thurnberg (Bezirk Krems-Land) sowie – in sehr großer Dichte – im Mühlviertel.