Waldviertler Paar mit Elite-Hasen erfolgreich. Die Deutschen Riesen aus Unserfrau sind gefragt. Sogar in Stuttgart wird schon damit gezüchtet.

Von Karin Pollak. Erstellt am 10. April 2020 (14:15)
Florian Mantler und Isabella Punzenberger züchten Hasen. Für Sohn Jonas sind die Deutschen Riesen tolle Spielgefährten.
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Und es gibt sie doch, die Osterhasen mit ihren langen Ohren und dem kuscheligen Fell, die gerade jetzt viel zu tun haben – zumindest bei Florian Mantler und Isabella Punzenberger in Unserfrau. Seit 2017 züchten sie „Deutsche Riesen“ und „Deutsche Widder“. Mit großem Erfolg.

Derzeit tummeln sich in den Hasenställen in Unserfrau um die 80 Rassehasen, davon kamen zwei Drittel in den vergangenen Wochen zur Welt – zur Freude des fünfjährigen Sohnes Jonas.

Von Zwerghasen zu den „Riesen“

„Wir sind zufällig auf die Deutschen Riesen gekommen. Isabella hatte zwei Zwerghasen. Als einer gestorben ist, haben wir einen Hasen gekauft, das war ein Deutscher Riese“, berichtet Florian Mantler. Der hat das Interesse des Paares geweckt. „Sie sind nicht einfach zu züchten, die Fütterung ist sehr speziell“, wissen sie. Oft seien einige Versuche nötig, bis eine Häsin trächtig ist. Gefüttert werden „Körndln“ und Heu. „Heuer haben wir schon 1.100 Kilo Körner und 60 kleine Heuballen verfüttert“, so Mantler, der mit der Lebensgefährtin täglich zwei Stunden für die Hasen aufwendet.

Die Kriterien, die ein Rassehase erbringen muss, sind genau festgelegt. Bei Deutschen Riesen sind ein hohes Gewicht und ein schönes Fell angesagt. Auch die Ohrenlänge spielt eine große Rolle. „Das macht einfach den Reiz aus. Dafür arbeiten wir Züchter intensiv.“

Um diese Vorgaben erfüllen zu können, haben die Unserfrauer bereits zwei eigene „Blutlinien“ zur Verfügung. „Wir behalten uns dafür die besten Rammler und Häsinnen, mit denen weitergezüchtet wird“, berichtet Mantler, der sich das Know-how aus Fachbüchern und Internet-Foren geholt hat. „Die Linienzucht funktioniert wie bei Rassehunden mit einer genauen Schematik. Man versucht, die Merkmale der Rasse zu verstärken“, erklärt Mantler, der mit drei weiteren Züchtern zusammenarbeitet, um an dieses Ziel zu gelangen.

Einsatz zahlt sich aus: Internationaler Erfolg

Der Erfolg dieser zeit- und geldaufwendigen Bemühungen gibt Isabella Punzenberger und Florian Mantler, die den Kleintierzuchtvereinen Schrems und Loosdorf sowie dem „Ersten Österreichischen Riesenclub“ angehören, recht: 2018 und 2019 gewannen sie bei der Kleintierausstellung in Schrems in der Kategorie „Große Rassen“, bei der internationalen Kleintierausstellung in Loosdorf landete einer ihrer Deutschen Riesen auf dem zweiten Platz.

Damit haben sich die Unserfrauer in der „Szene“ einen Namen gemacht: Mit ihren Rassehasen wird in Stuttgart, Steiermark, Burgenland und Niederösterreich weitergezüchtet.

Viele ihrer Hasen seien auch als Haustiere bei Familien. „Deutsche Riesen werden zutraulich wie Hunde. Das ist eine gechillte Rasse, die man durchaus auch in einer Wohnung halten kann.“ Dafür werden jene Hasen verwendet, die nicht genau den Züchtungsvorgaben entsprechen. Gerade vor Ostern steige dafür die Nachfrage. Im Herbst sei hingegen Kaninchenfleisch begehrt. „Auch das gehört zur Zucht dazu, alle Hasen kriegen wir nicht in der Garage zum Überwintern unter.“

Aber jetzt sind die Osterhasen fleißig am Werken, zumindest sorgen sie eifrig für Nachwuchs. Die Coronakrise ist ihnen egal, dafür gibt es derzeit ein anderes Problem: „Im Vorjahr hatten wir um diese Zeit bereits 200 Hasen, heuer nur 80. Ein alter Züchter mit großer Erfahrung führt das auf das Schaltjahr zurück.“