25 Organisten, 25 Jahre Sakrale Musik. Auch heuer 25 Organisten bei Kurswoche in Heidenreichstein. Jubiläum steht im Zeichen der Überschneidungen evangelischer und katholischer Kirchenmusik.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 24. August 2017 (04:52)
Thomas Weikertschläger
Matthias Krampe (rechts), Landeskantor und Orgelsachverständiger der Evangelischen Kirche in Österreich, sorgte am 21. August für ein herausragendes Orgelkonzert im Rahmen der 25. Orgelwoche in Heidenreichstein, die in bewährter Weise von Karl Immervoll (links) organisiert wurde.

1993 wurde in der Heidenreichsteiner Stadtpfarrkirche die neue „Rieger-Orgel“ installiert – im selben Jahr wurde auf Initiative von Karl Immervoll auch zum ersten Mal die Internationale Waldviertler Orgelwoche abgehalten. Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums holte Immervoll mit Matthias Krampe daher einen ganz besonderen Organisten für ein Konzert nach Heidenreichstein. Matthias Krampe, Landeskantor und Orgelsachverständiger der Evangelischen Kirche in Österreich, brachte unter dem Titel „Spectrum – 500 Jahre Orgelmusik“ einen Querschnitt an Werken aus verschiedenen Epochen.

Insgesamt rund 600 Teilnehmer in 25 Jahren

Diese Werke weisen – gemäß dem Schwerpunkt der heurigen Orgelwoche – Verbindungen zwischen der katholischen und evangelischen Kirchenmusik auf. Von Arnolt Schlick, einem Zeitgenossen Martin Luthers, über Johann Sebastian Bach bis zu zeitgenössischen Stücken von Erkki-Sven Tüür oder Matthias Nagel spannte sich der Bogen. Krampe kommentierte die Stücke selbst und bestach mit brillantem einfühlsamem Spiel.

Wie schon in den vergangenen Jahren nehmen auch an der heurigen Orgelwoche, die von 20. bis 25. August läuft, rund 25 Organisten teil. Damit zählt die Orgelwoche seit ihrem Beginn rund 600 Teilnehmer. Rund die Hälfte davon sind Studenten des Konservatoriums für Kirchenmusik der Diözese St. Pölten, aber auch Gäste aus Wien, Linz, Tschechien, Wales, Frankreich, Deutschland, der Slowakei oder Organisten aus der Region, die ihr Spiel verbessern wollen, waren unter den Teilnehmern, wie Immervoll berichtet.

Aus dem Kreis dieser Teilnehmer gibt es auch einige „Stammgäste“, die Jahr für Jahr nach Heidenreichstein pilgern. Die angenehme Kursatmosphäre, Gespräche und Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten und die hohe Qualität der Kurs-Dozenten seien ein Grund dafür, erzählt Immervoll, der die Orgelwoche vor 25 Jahren ins Leben rief, weil er jungen Menschen die Möglichkeit schaffen wollte, nicht die gleichen Probleme wie er als Jugendlicher zu haben, als die damalige „Capek-Orgel“ in der Heidenreich steiner Kirche nur schwer zum Üben zugänglich war.

Neben den praktischen Einheiten wird bei der Orgelwoche jährlich in Abstimmung mit dem Konservatorium auch ein Fach wie Tonsatz oder Orgelbaukunde angeboten. Diese Fächer können von den Studenten dann angerechnet werden. Daneben stehen auch Exkursionen auf dem Programm. Zusätzlich wird ein organisiertes Freizeitprogramm geboten.

Die Teilnehmer des Kurses gestalten am 24. August die Abendmesse in Heidenreichstein. Am Freitag wird der Kurs mit einem internen Vorspiel abgeschlossen, in dem die Teilnehmer ihre während der Woche erarbeiteten Stücke präsentieren.