Ärger mit Mietnomaden: Was blieb? Unrat und Kosten!. Heidenreichsteiner saß bei Vermietung einem Trio auf, das über Nacht abtauchte.

Von Franz Dangl und Markus Lohninger. Update am 29. Januar 2020 (10:38)

„Zwickt`s mi, i man i dram“ – unangenehm an den Ambros-Hit erinnert fühlte sich ein Heidenreichsteiner, der einige Monate lang Mietnomaden in einem schmucken Haus beherbergt hatte. Geblieben sind neben dem Ärger über den Mietentgang ein Haufen Dreck sowie Rechnungen für Anwaltskosten und Renovierungs-Arbeiten…

Der Hausbesitzer hatte das von den Eltern überschriebene Gebäude in mühevoller Kleinarbeit renoviert und erneuert, die Suche nach einem Untermieter war dann rasch erfolgreich gewesen. Man einigte sich auf die Mietbedingungen, die Mieterin zog im Jänner 2019 mit ihrer

Tochter und ihrem Lebensgefährten – einem früheren Gemeinderat im Waidhofner Bezirk – in das Haus am Stadtrand von Heidenreichstein ein.

Im April begannen die faulen Ausreden

„Anfangs war ja alles in Ordnung. Miete und Kaution wurden pünktlich überwiesen. Ab April jedoch wurden die Mietzahlungen eingestellt, es kamen nur noch faule Ausreden“, so der Vermieter. Er wurde allmählich hellhörig, holte Erkundungen ein und musste schließlich eingestehen, Mietnomaden Tür und Tor geöffnet zu haben: „Ich erfuhr, dass meine Untermieter dies schon an mehreren Stellen so praktiziert hatten, praktisch durch das ganze Waldviertel zogen.“ Zu guter Letzt zog das Trio im Oktober in einer Nacht-und-Nebel-Aktion weiter – angeblich in den Horner Bezirk. Zurück ließ es eine verwüstete ehemalige Bleibe. Neben Unrat und verdorbenen Essensresten blieben Kleidung, Gebrauchsgegenstände und Exkremente von Hund und Katz’ zurück.

Start für Leidens- und Behördenweg

Für den Vermieter war der „Spaß“ damit noch lange nicht ausgesessen. Jetzt begann ein langwieriger Leidens- und Behördenweg, für den ein Anwalt eingeschaltet werden musste, und der erst am 8. Jänner 2020 mit einer Zwangsöffnung durch den Exekutor endete. „Endlich durfte ich nach der Behörden-Bewilligung meine eigene Wohnung wieder betreten – und die Aufräumarbeiten starten. Die Herrschaften haben mich inklusive Anwaltskosten, Renovierungsarbeiten und Mietentgang eine Stange Geld gekostet…“

Zurück bekam er trotz aller Anstrengungen nichts – ihm blieben die vorab hinterlegte Kaution (drei Monatsmieten), einige Haushalts-Kleingeräte und die kleine Stereoanlage, die die Mieter mit all dem anderen Unrat einfach zurückgelassen hatten.

Nach vielen Arbeitsstunden und aufwendigen Putzarbeiten wartet das Domizil nun wieder im besten Zustand auf neue Untermieter. „Ich habe mein Vertrauen in die Menschheit nicht verloren. Nur werde ich in Hinkunft besser aufpassen, mit wem ich mich an den Verhandlungstisch setze“, hat er seine Lektion gelernt.

Stadt Gmünd: Erfolg mit Bonitätsprüfung

Der Heidenreichsteiner ist alles andere als ein Einzelfall. Seit Monaten häufen sich auch im Waldviertler NÖN-Newsroom Meldungen über Erfahrungen mit Mietern, die kein Geld, dafür aber allerlei Dreck und Schäden hinterlassen und dann über Nacht verschwinden.

Genau wegen solcher Probleme hat die Stadt Gmünd im Jahr 2018 – gegen Proteste der SPÖ, die darin ein Mittel der Überwachung sah – eine Bonitätsprüfung für neue Mieter in ihren etwa 420 Gemeindewohnungen eingeführt. Eine gewisse abschreckende Wirkung lässt sich hier inzwischen ausmachen, sagt Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP): Seither habe noch kein Bewerber die Überprüfung durch die Firma CRIF abgelehnt, zugleich sei wegen des Prüfergebnisses auch noch kein Bewerber abgelehnt worden. „Das System hat sich als Sicherstellung bewährt“, bilanziert die Stadtchefin.

Wie es im anderen Fall laufen kann, das hat sie zuletzt von einem Privathaus in Gmünd gehört: Ein zahlungsunwilliger Mieter mit auch sonst schlechten Manieren habe einem privaten Vermieter große Probleme bereitet. Eine Kollegin Rosenmayers habe vor der zuvor im Zwettler Bezirk gratis logierenden Familie noch gewarnt, doch der Eigentümer habe den guten Vorsätzen Glauben geschenkt…