"Als ich die Polizei sah, gab ich in Panik Gas“. Geklautes Firmengeld durchgebracht, wird 21-Jähriger zum Tankdieb. Als ihn Polizeistreife stoppen will, wird er zum Rammbock.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 08. August 2018 (05:40)
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„Warum sind Sie nicht stehengeblieben?“, will der Richter von dem 21-jährigen Heidenreichsteiner wissen, warum er vor der Polizeistreife geflüchtet ist und dabei mit waghalsigen Fahrmanövern andere Verkehrsteilnehmer gefährdet hat.

„Ich habe in Waidhofen Geld aus der Firmenkasse gestohlen und bin damit a bissl auf Reisen gegangen. Als ich dann kein Geld mehr für Benzin hatte, tankte ich einfach, ohne zu zahlen. Irgendwann ist mir klar geworden, dass ich für die kleinen Straftaten geradestehen muss. Ich wollte mich mit dem Arbeitgeber versöhnen und mich bei der Polizei stellen. Als sie dann aber plötzlich vor meinen Augen auftauchten, bekam ich die Panik und gab Gas“, schildert der 21-Jährige und beteuert: „Dass ich mit meiner Fahrweise andere Verkehrsteilnehmer gefährde, habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht bedacht.“

"Ich bin kein geübter Fahrer"

„Sie haben den Polizeiwagen touchiert, regelrecht gerammt, um die Fahrt fortsetzen zu können. Dann haben Sie bei einem Überholmanöver einen entgegenkommenden Mercedesfahrer in höchste Bedrängnis und Gefahr gebracht. Nur weil er eine Vollbremsung hinlegte, wurde ein Frontalcrash vermieden“, listet der Richter auf.

Worauf der 21-Jährige beteuert: „Ich bin kein geübter Fahrer. Ich habe den Polizeiwagen nicht absichtlich demoliert. Ich wollte auch niemanden gefährden. Ich hatte damals psychische Probleme und bin jetzt in Behandlung.“

Für den geständigen Waldviertler setzt es acht Monate auf Bewährung und er muss die begonnene Psychotherapie fortsetzen. Rechtskräftig.