Peter Großmann: Von der Burgstadt in den Marchfelderhof. Wie sich Peter Großmann zu Gerhard Boceks Erben hochgearbeitet hat.

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 16. April 2021 (05:43)
Peter Großmann ist seit etwa 40 Jahren am Marchfelderhof – stammt aber aus Heidenreichstein.
Robert Knotz

Der Marchfelderhof vor den Toren Wiens ist für vieles bekannt – unter anderem seine Extravaganz und Exklusivität. Was den Gasthof im Bezirk Gänserndorf mit dem Gmünder Bezirk verbindet: An seiner Spitze steht ein gebürtiger Heidenreichsteiner. Peter Großmann hat nach dem Ableben von Gerhard Bocek nun dessen Nachfolge angetreten, gilt sogar als sein Ziehsohn. Wie es dazu kam.

Leidenschaft am Marchfelderhof gefunden

Begonnen hat Großmanns Karriere in der Gastronomie schon vor seiner Zeit an der Hotelfachschule in St. Pölten. Denn seine Großeltern haben den Gasthof Großmann in der Burgstadt geführt, heute betreibt ihn seine Cousine. „Die Gastronomie liegt mir irgendwie im Blut“, sagt Peter Großmann. Auch das wirtschaftliche Verständnis habe er von zuhause mitbekommen – besonders durch den Vater und sein Herrenmodengeschäft.

Mit 17 Jahren führte ihn sein Weg an den Marchfelderhof. Eigentlich nur für ein Praktikum: „Ich habe gedacht, ich bleibe nur für zwei, drei Monate, aber jetzt bin ich immer noch hier“, erzählt er mit einem Schmunzeln. Und warum? „Die Besitzer haben in mir anscheinend etwas Besonderes gesehen. Am Marchfelderhof habe ich meine Leidenschaft zur Gastronomie erst richtig entdeckt“, sagt er voller Wertschätzung für die Familie Bocek.

In den 40 Jahren am Marchfelderhof hat Großmann viele Aufgabenbereiche gesehen, der Job mache ihm großen Spaß. Ein Tag, an dem er nicht gern zur Arbeit gegangen ist? Den habe es nicht gegeben.

Der beste Schweinsbraten

Vor über 20 Jahren wurde er Geschäftsführer im Marchfelderhof, nach dem Tod von Gastro-Legende Bocek hat er das Lokal und die gut 60 Mitarbeiter ganz übernommen. Er will es weitgehend so weiterführen wie bisher, seine Handschrift wird es früher oder später von selbst tragen. Das Team sieht er als „Pioniere der Erlebnisgastronomie“.

Nach Heidenreichstein gibt es noch enge Verbindungen, seine Mutter lebt nach wie vor hier. „Ich versuche, sie alle zwei Wochen zu besuchen“, sagt Großmann. Durch den Lockdown sei das aktuell einfacher. Was es nun mit dem besten Schweinsbraten auf sich hat? „Den gibt es nach wie vor im Waldviertel.“