Rezept von 100-Jähriger: „Immer lebensbejahend und aktiv sein“

Erstellt am 21. Januar 2022 | 05:51
Lesezeit: 3 Min
Ein bewegtes Leben zwischen Wien, Trier, Luxemburg – und dem Waldviertel.
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Eine bemerkenswerte Frau konnte in der Gemeinde Heidenreichstein ihren 100. Geburtstag feiern: Die einst nach Neuthaures zugezogene Ludovika Anna Wagner, geborene Infür, blühte in ihrer Wahlheimat so richtig auf. „Die herrliche Landschaft und die lieben Menschen in dieser Region, die uns herzlich willkommen geheißen haben, verschaffen uns hier ein schönes und wohl tuendes Gefühl bis an unser Lebensende“, sagt die mehr als rüstige Jubilarin.

Ludovika Wagner wurde am 14. Jänner 1922 in einer schwierigen Zeit zwischen den beiden Weltkriegen in Wien geboren. Nach der Geburt ihres Sohnes – als 16-Jährige – und ihrer Tochter eröffnete sie im Jahr 1955 in Neuwaldegg das Gasthaus Waldhof. Drei Jahre später startete sie mit einem Lebensmittelgeschäft im 18. Wiener Gemeindebezirk. Einen entscheidenden Einschnitt in ihrem Leben brachte vier Jahre später die Trennung von ihrem Ehemann und die Übersiedlung nach Trier, der ältesten Stadt Deutschlands. Sie trat diese 1968/69 gemeinsam mit ihrem Sohn Hans an, öffnete in Trier am Herrenbrünnchen schließlich ebenfalls ein Restaurant, lernte hier auch ihren zweiten Gatten kennen und zog mit ihm 1973 nach Luxemburg.

Nach zehn glücklichen Ehejahren verstarb Gatte Ernest überraschend, sodass Ludovika Wagner 1984 schließlich wieder zu ihrem Sohn nach Deutschland zurückkehrte, um dort zu leben. Im Jahr 2017 musste die heutige Jubilarin eine der bittersten Erfahrungen in ihrem abwechslungsreichen Leben verarbeiten: Das Haus, das sie in der Nähe von Trier bewohnte, fiel zur Gänze einer Feuersbrunst zum Opfer, bald darauf verstarb ihr Sohn Hans nach kurzer, aber unheilbarer Krankheit. Geprägt durch diese tragischen Umstände habe sie durch ihre Rückkehr nach Österreich schließlich Halt bei ihrer Familie gefunden – bei ihrer Tochter Ingrid bzw. Enkelin Karin und deren Ehemann Ulrich, die sich schon ein Jahr davor durch einen Hauskauf in der Heidenreichsteiner Katastralgemeinde Neuthaures angesiedelt hatten.

„Hier haben wir unsere endgültige Heimat gefunden“, stellt die Drei-Generationen-Familie heute fest. Vor allem die Beschaulichkeit und Ruhe, die hier die Jubilarin umgeben, lassen diese aufblühen und man sieht ihr das hohe Alter keineswegs an. Davon konnten sich am hundertsten Geburtstag auch der Heidenreichsteiner Bürgermeister Gerhard Kirchmaier sowie Stadtrat und Nachbar Manfred Zimmel überzeugen.

Das Geheimnis ihres beeindruckenden geistigen und körperlichen Zustandes als frischgebackene Hundertjährige: Sie sei immer lebensbejahend und sehr aktiv gewesen, grübelt Wagner – die Arbeit habe sie fit gehalten.

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