Tierquälerei? Hunde in Kiste gehalten

Tierschutzverein entdeckte in Heidenreichstein Hunde, die in kleiner Kiste eingesperrt waren. Die Tiere wurden mit Hilfe der Polizei befreit, die Besitzerin angezeigt.

Erstellt am 24. Mai 2018 | 05:10
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Eine Heidenreichsteinerin sperrte Hunde in einer kleinen Holzkiste ein, der Verein „RespekTiere“ konnte die Hunde befreien.
Foto: Verein RespekTiere

„Wirklich ein Wahnsinn“ war der Anblick für Tom Putzgruber vom Verein „RespekTiere“ bei ihrem nächtlichen Einsatz. Gemeinsam mit der Polizei wurden in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Heidenreichstein drei Tiere befreit bzw. beschlagnahmt.

Der Verein kam über eine entlaufene Katze, die eine Tierschutz-Kollegin in Waidhofen gefunden hatte, auf die Spur: „Wir haben die Besitzerin der Katze gesucht. Daraufhin hat sich eine Gruppe Jugendlicher bei uns gemeldet. Einer davon hat uns dann erzählt, dass eine Frau in Heidenreichstein Hunde in schlechten Bedingungen halten, züchten und verkaufen würde.“

Die Geschichte kam Putzgruber erst übertrieben vor. „Aber es hat uns keine Ruhe gelassen. Nach einer Anfrage, dass wir gerne Hunde kaufen würden, sind wir dann zur besagten Frau hingefahren.“

"Man konnte schon im Stiegenhaus das Bellen hören"

Obwohl die Besitzerin nicht zu Hause war, haben die Tierschützer die Hunde entdeckt. „Man konnte schon im Stiegenhaus das Bellen hören. Neben der Eingangstür der Wohnung war ein Nebenraum – dort haben wir zwei Hunde in einer kleinen Kiste gefunden“, erzählt Putzgruber.

Mit Fotos sei man dann zur Polizei gefahren und habe auch gleich einen Amtstierarzt kontaktiert. Dann ging es mit den Beamten gleich wieder zurück zum Haus. „Die Kiste war rund 60 mal 40 Zentimeter groß, hatte keine Lüftung und es war völlig dunkel. Die Decke der Hunde war komplett mit Urin durchnässt.“ Ein dritter, scheinbar traumatisierter Hund wurde in der Wohnung vorgefunden.

"Wichtig ist aber, dass das nicht mehr vorkommt"

Die Tiere wurden in das Tierheim Krems gebracht, die Besitzerin der Hunde angezeigt. „Derzeit wird von einem Amtstierarzt ermittelt, ob Tierquälerei vorliegt“, so Bezirkshauptmann Stefan Grusch. Der Verdacht, dass die Heidenreichsteinerin die Tiere gezüchtet und verkauft hätte, sei schwer zu belegen, meint Putzgruber: „Wichtig ist aber, dass das abschreckend wirkt und nicht mehr vorkommt.“

Den Verein „RespekTiere“ gibt es bereits seit 1982, und obwohl der Sitz in Bergheim bei Salzburg ist, ist der Verein auch immer wieder im Waldviertel aktiv – was daran liegt, dass Putzgruber gebürtiger Kremser ist.