Trauer um Ehrenbürger: Alfred Handl tot. Er war nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer, der neue Wege beschritt, sondern auch im Dienste der Allgemeinheit stets engagiert und präsent. Am 15. Jänner verstarb der Heidenreichsteiner Ehrenbürger Alfred Handl nach einem erfüllten und arbeitsreichen Leben im 84. Lebensjahr.

Von Franz Dangl. Erstellt am 16. Januar 2020 (17:57)
zVg

Geboren und aufgewachsen in Heidenreichstein absolvierte der Sohn eines Möbeltischlers eine Fachausbildung in der Einrichtungsbranche und übernahm 1967 nach einigen Berufsjahren in Wien schließlich den elterlichen Betrieb in der Burgstadt. Unter seiner Führung wurde durch stetigen Ausbau Schritt für Schritt aus einer knapp 700 m² großen Firma ein Betrieb mit 12.000 m² und etwa 40 Mitarbeitern, den Alfred Handl zu einem der führenden Möbelhäuser des Waldviertels machte. 

Aber nicht nur wirtschaftlich, sondern auch im Dienst der Gesellschaft war der Unternehmer stets unterwegs, engagierte sich etwa als Pfarrkirchen- oder Gemeinderat. Der damalige Bürgermeister Johann Pichler denkt mit Wehmut und Dankbarkeit an diese Zeit zurück. „Alfred hat schon damals, über alle Parteigrenzen hinweg, stets die Anliegen zum Wohle der Bevölkerung vertreten. Ich war stolz darauf, gerade mit ihm eine freundschaftliche und erfolgreiche Zusammenarbeit zu haben und fand auch immer wieder ein offenes Ohr für diverse Anliegen bei ihm.“

Auch abseits des Betriebes vielfach engagiert

Einen weiteren Meilenstein setzte Handl als Ideengeber und Initiator der „Wirtschaftsgemeinschaft Heidenreichstein“, die später als „Heidenreichstein Creaktiv“ in die Geschichte einging und noch heute Bestand hat. Unter ihrer Regie entstand einst auch die Minimesse. Als junger Weggefährte und Mitstreiter ist Tapezierermeister Anton Gisy seinem Mentor noch immer in Dankbarkeit verbunden. „Alfred Handl hat uns Junge damals immer motiviert und mitgestalten lassen. Dabei hat er uns nichts in den Weg gelegt, sondern immer unsere Ideen gefördert, gleichzeitig aber auch unseren Einsatz gefordert“, sagt Gisy.

Alfred Handl war unter anderem auch im Vorstand und als Obmann der Volksbank oberes Waldviertel oder als Obmann des Verschönerungsvereins, wo unter seiner Schirmherrschaft die Margithalle erbaut wurde, engagiert. Als Sponsor und Präsident wurde er zum Förderer und Erfolgsgarant der Heidenreichsteiner Damenfußballmannschaft und dank seines Einsatzes beim Wirtschaftsbund wurde ihm 1995 der Titel Kommerzialrat verliehen.

Im Jahr 2014 wurde sein Wiren schließlich mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft durch die Stadtgemeinde Heidenreichstein gewürdigt. Auch im fortgeschrittenen Alter und von seiner Krankheit geschwächt, war Handl noch sehr aktiv und ließ es sich nicht nehmen, mit seinen Kartenfreunden so manches „Bummerl“ auszuschnapsen.

Begräbnis von Alfred Handl am 22. Jänner

Das Begräbnis des beliebten Unternehmers findet am Mittwoch, 22. Jänner, statt. Es beginnt um 14 Uhr mit einer Messe in der Stadtpfarrkirche Heidenreichstein.