Heidenreichstein , Vitis

Erstellt am 09. März 2018, 04:06

von Markus Lohninger

Kleines Jubiläum: Käse(macher) für die Welt. Käsemacherwelt als Ort des Genusses & Erlebnisses – und der Produktion von weltweit nachgefragten Spezialitäten. Das fünfte Jahr geht demnächst zu Ende.

In der Käsemacherwelt mit bis zu 30 Beschäftigten in der Hochsaison werden Schaukäserei, Restaurant, Shop und Streichelzoo betrieben – und das ganze Sortiment an Schnitt- & Weichkäse sowie Frischkäsetorten der Käsemacher hergestellt. Zur Saisoneröffnung am 24. und 25. März dürfen auch potenzielle Käsemacher von morgen wie Dorian Schierhuber, Alissa Zöchmeister oder Maximilian Kasses selbst anpacken.  |  Käsemacher

Regelmäßig flattern den Käsemachern Fotos von Touristen ins Haus, die ihre Lieblingsprodukte aus heimischer Produktion beim Urlaub in weit entfernten Regionen im Supermarkt-Regal entdecken.

Im 28. Jahr ihres Bestehens sind die Käsemacher mit 170 Beschäftigten in Vitis und Heidenreichstein, Käse- und Antipasti-Spezialitäten und einem Jahresumsatz von zuletzt 18,5 Millionen Euro ein Teil der Waldviertler Identität geworden – ein Exportgut, das selbst in entfernten Ländern wie Schweden, Malta, Jordanien, den USA oder Australien zu erwerben ist.

An die fünf Millionen Liter Milch von Kuh, vor allem aber Schaf und Ziege, werden pro Jahr verarbeitet, ein gar nicht so geringer Teil davon nicht am Firmensitz in Vitis, sondern in Heidenreichstein.

850.000 Liter Ziegen- & Schafmilch verarbeitet

Hoch über der Burgstadt nimmt die Öffentlichkeit zwar primär die im Vorjahr von 40.000 Gästen besuchte Käsemacherwelt mit Schaukäserei, Restaurant, Streichelzoo & Shop wahr, nebenbei werden aber laut Nina-Maria Schreiber (Marketing) auch 580.000 Liter Schaf- und 268.000 Liter Ziegenmilch im Jahr verarbeitet: Als Produktionsbetrieb deckt die Käsemacherwelt nämlich seit bald fünf Jahren die komplette Herstellung der Käsemacher für Schnitt- und Weichkäse sowie Frischkäsetorten ab.

Acht Mitarbeiter sind unabhängig von Öffnungszeiten der Käsemacherwelt ganzjährig in der Produktion in Heidenreichstein beschäftigt, darunter zwei Käsemeister und zwei im Haus ausgebildete Molkereitechnologen. 135.000 kg Schnittkäse wurden hier im Vorjahr, wie Schreiber vorrechnet, erzeugt, dazu 32 Tonnen Käsetorten und 4,5 Tonnen Weichkäse aus Schaf- und Ziegenmilch.

Der Shop in der Käsemacherwelt ist der einzige Shop weltweit, der die ganze Palette der beiden Produktionsstätten anbietet, und das auch etwas günstiger als im Supermarkt oder mit Rabatten bei Überproduktionen. „Etliche Stammkunden suchen die Käsemacherwelt regelmäßig nur wegen des Shops auf“, berichtet Standortleiterin Melanie Grotschar. Als „Waldviertler Schatzkammer“ hat dieser auch ein breites Angebot an weiteren regionalen Produkten, wodurch zuletzt auch die Nachfrage nach bunten Geschenkkörben wesentlich gestiegen sei.

Die Auswahl wird dabei laufend adaptiert. Wenn die Käsemacherwelt daher am 24. und 25. März zur Saison-Eröffnung samt Ostermarkt einlädt, dann werden erstmals auch „Maders Räucherfische“ im Regal vertreten sein. Die vielfach preisgekrönten Spezialitäten im Glas aus Hirschenschlag (Gemeinde Reingers) sind bis dato noch in keinem Supermarkt zu bekommen. Im Angebot stehen dann auch traditionell eingekochte Chutneys und Fruchtaufstriche von „Hirsch delikatESSEN“ in Großgerungs, genauso erste Mitbringsel mit Käsemacher-„Branding“ und Neues aus der Ideenschmiede der Käsemacher selbst: Brennnesselkäse im Mantel, Knoblauchkäse, Pepper-sweet-Chutneys und zwei neue Ziegenkäsetorten (Paprika-Chili bzw. Steinpilz-Kräuter), allesamt „made in Heidenreichstein“.

Mit Innovationen hat der 2017 zum Betrieb gestoßene, der Liebe wegen aus Australien zugereiste Küchenchef Christopher Webster indes auch dem Restaurant der Käsemacherwelt das gewisse Extra verpasst.

Eigene Spezialitäten landen direkt am Teller

„Er ist sehr kreativ, probiert laufend neue Sachen aus und versucht, auch unsere eigenen Produkte in die Mahlzeiten einzubauen“, sagt Grotschar. Das Restaurant habe daher auch zum Frühstücken bereits im Vorjahr einen Boom erlebt, sei wiederholt als Ort für Hochzeits-, Geburtstags- oder Firmenfeiern ausgewählt worden. Für heuer sind bereits drei Hochzeiten gebucht.

„Wir haben die optimale Infrastruktur und die notwendigen Flächen, dieser Bereich kann daher inklusive dem Seminarbetrieb auch noch ausgebaut werden“, findet Marketing-Leiterin Schreiber. Das kleine Manko, das die Käsemacher aber selbst nicht beeinflussen können: Das Angebot zum Übernachten in der Umgebung wird teilweise als zu gering eingestuft.