VP-Nöbauer retour im Stadtrat, Schuster (GLH) hört auf. Wenig überraschend wurden bei der konstituierenden Sitzung des Heidenreichsteiner Gemeinderates am 20. Februar Bürgermeister Gerhard Kirchmaier (SPÖ) und Vizebürgermeisterin Margit Weikartschläger (ÖVP) mit großen Mehrheiten in ihren Ämtern bestätigt. Eher überraschend waren die zuvor in der Öffentlichkeit geheim gehaltenen Namen zweier neuer Stadträte – darunter der frühere VP-Vizebürgermeister Christian Nöbauer – und ein Rückzug bei den Grünen.

Von Franz Dangl und Markus Lohninger. Erstellt am 21. Februar 2020 (16:43)
Christian Nöbauer ist zurück im Stadtrat, Manuela Schuster konnte ihr Mandat im Gemeinderat kurzfristig nicht antreten.
Franz Dangl / privat

Grünen-Spitzenkandidatin nahm Mandat nicht an

So schied die erst im Vorjahr als Gemeinderätin angelobte Manuela Schuster unerwartet wieder aus dem Gremium aus, nachdem sie die Grüne Liste Heidenreichstein noch als neue Spitzenkandidatin durch die Wahl geführt hatte. Schuster nannte kurzfristig eingetretene familiäre Verpflichtungen als Hintergrund für ihren Mandatsverzicht.

An ihrer Stelle zog der am dritten Listenplatz gestandene Philipp Petermichl erstmals in den Gemeinderat ein. Der 37-Jährige will sein in vielen Praxisjahren gesammeltes Wissen zum Thema öffentlicher Verkehr und Sicherheit im öffentlichen Verkehr einbringen. 

Zwei Neue im Stadtrat

Im Stadtrat wurde durch Erweiterung von sieben auf nun acht Mandate erstmals Gleichstand zwischen SPÖ und ÖVP geschaffen. Die Besetzungen wurden einstimmig abgesegnet – und beinhalten zwei neue Namen: Bei den Sozialdemokraten verabschiedete sich Elisabeth Jank nach 35 Jahren im Dienst der Gemeinde aus der aktiven Politik, an ihrer Stelle rückte Eveline Eigenschink nach. Eigenschink war bereits zwei Perioden als Gemeinderätin in Heidenreichstein im Einsatz. Als Stadträtin will sich die Versicherungsmaklerin bemühen, „die in mich gesetzten Anforderungen zu erfüllen. Ich freue mich schon auf die Herausforderungen, die dieses Amt mit sich bringt.“

Der am 20. Februar neu konstituierte Gemeinderat der Stadtgemeinde Heidenreichstein.
Franz Dangl

Im Lager der ÖVP feierte der im Vorjahr nach vierjähriger Auszeit in den Gemeinderat zurückgekehrte frühere Vizebürgermeister Christian Nöbauer ein Comeback im Stadtrat – und übernimmt das nicht unwesentliche Finanz-Ressort.

Sitzung ohne „Ecken und Kanten“

Insgesamt verlief die Sitzung harmonisch und ohne gröbere „Ecken und Kanten“, durch die Mandatsverteilung bedingt wurde wieder auf die bewährte Große Koalition zwischen SPÖ und ÖVP gesetzt. Bei der Wahl des Stadtchefs gingen alle 23 gültigen Stimmen an Gerhard Kirchmaier (zwei ungültige Stimmen), der damit in seine dritte Amtsperiode startete. 23 Stimmen erhielt auch Margit Weikertschläger als Vizebürgermeisterin, zwei Personen voteten hier für ihren Amtsvorgänger Nöbauer. Kirchmaier und Weikartschläger bekräftigten „ihre Zusammenarbeit zum Wohle der Gemeinde Heidenreichstein, wir freuen uns schon auf die kommenden Aufgaben und Herausforderungen“.

Breite Zusammenarbeit im Prüfungsausschuss

Als Zeichen der Zusammenarbeit im Gemeinderat erfolgte die Besetzung des Prüfungsausschusses: SPÖ und ÖVP stehen an sich drei bzw. zwei Stimmen zu, beide traten aber je ein Mandat an FPÖ bzw. Grüne ab – sodass dem Gremium nun neben Christian Domini und Erich Müllner (SPÖ) sowie Andreas Granner (ÖVP) auch Mario Groschan (FPÖ) und Gerhart Böhm (GLH) angehören.