Kein Gmünder Altstadtfest mehr. Nach Starparade in der Neustadt geht schon heuer auch das zugkräftigste Event des Altstadt-Zentrums verloren.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 07. Februar 2018 (04:23)
M. Lohninger
Josef Hag wünschte seinem Nachfolger als Obmann der Werbegemeinschaft „Echt Gmünd“, Peter Ruzicka, alles Gute für die kommenden Aufgaben (Bildmitte). Weiters am Bild: Thomas Breit, Martin Artner, Isabella Kitzler, Gabriela Steiner, Reinhard Pöhn, Harald Eder, Bianca Hahnl, Harald Buchhöcker und Birgit Graf (von links).

Wenn die Einwohner aus Gmünd-Altstadt und -Neustadt mitunter neidisch auf allfällige Übervorteilungen der anderen Stadthälfte schielen, so teilen sie künftig immerhin ihr Schicksal in Sachen Veranstaltungs-Kalender: Die Zentren beider Stadtteile verlieren heuer ihre zugkräftigsten Events.

Vom Ende der Faschings-Starparade am Schubertplatz nach dem „Best of“ am 13. Februar wissen NÖN-Leser bereits. Die Hiobsbotschaft für die Altstadt kam bei der Generalversammlung der Kaufleute-Vereinigung „Echt Gmünd“, die beide Veranstaltungen abwickelt: Das traditionell zum Schulschluss anberaumte und erst 2017 adaptierte Altstadtfest wird bereits heuer nicht mehr ausgetragen.

Es werde „immer schwieriger, Wirte zum Mitmachen zu mobilisieren“, sagte Veranstaltungsleiter Thomas Breit. ÖVP-Bürgermeisterin Helga Rosenmayer bedauert das, „Starparade und Altstadtfest werden fehlen. Aber man darf nicht vergessen, dass beides im Ehrenamt organisiert wird“. Wenn Neues entstehe, so unterstütze die Stadt das gerne.

„Black Friday“: Trend erobert heuer Gmünd

Der scheidende Obmann Josef Hag (die NÖN berichtete im Vorfeld über den Rückzug) zog eine positive Bilanz über seine sieben Jahre an der Spitze, mit Wochenmarkt, Weihnachtsbeleuchtung oder dem Weltrekordversuch beim Adventmarkt 2017 seien Akzente gesetzt worden. Der Einkaufsscheck habe alleine 2017 um 14 Prozent mehr Umsatz erlöst – dabei liege, so Kassier Harald Buchhöcker, mit 180.000 Euro an nicht eingelösten Schecks noch „einige Frequenz“ für die Betriebe in den Börsen von Kunden.

„Echt Gmünd“ habe dank Hag heute einen anderen Stellenwert als vor sieben Jahren, bilanzierte dessen einstimmig gewählter Nachfolger Peter Ruzicka: Er habe auf dessen Anfrage für die Übernahme nicht ablehnen können, „ich fühlte mich verpflichtet. EG ist mir ein Anliegen, weil wir eine starke Plattform brauchen gegen die großen Ketten, die zu uns aus den Ballungszentren herein werben.“

Mit dem Wechsel wurden die Aufgaben gleich breiter verteilt, wobei der Shopping-Center-Chef alle Kaufleute zur Mitarbeit aufrief: „Es geht nur mit euch. Wenn ihr dabei seid, dann wird etwas umgesetzt!“

Inhaltlich will er stärker auf konkrete Werbemaßnahmen setzen. Ein Werbefilm für die Gmünder Wirtschaft ist in Planung, am 23. November sollen mit einem ersten „Black Friday“ nach internationalem Vorbild die Schnäppchenjäger angelockt werden. Wiederholt werden soll die Schüler-Aktion mit Sammelpass, mit der Jugendliche Interesse am Einkauf in Gmünd statt im Internet bekommen sollen.