25 Millionen Euro: Elk will Werk in Schrems erweitern

Historischer Auftragsstand: Fertighaus- Marktführer startet dritte Schicht, stockt Team auf und bereitet Werksausbau vor.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 04:09
440_0008_8215421_gmu43elk_1078.jpg
Bei der Präsentation des Status quo und der Erweiterungspläne bei Elk-Fertighaus in Schrems: Wirtschaftsstadtrat Tobias Spazierer, Stefan Anderl (Geschäftsführung Elk-Bau), Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger, Elk-Geschäftsführer Stefan Schneider und Bernhard Nagel (Geschäftsführung Elk-Bau; von links).
Foto: Markus Lohninger

Fertighaus-Marktführer Elk aus Schrems holt zum großen Schlag aus: Angesichts historischer Buchungslage wird auf eine erstmalige Umstellung auf 3-Schicht-Betrieb hingearbeitet, Personal im dreistelligen Bereich aufgenommen – und auf einen Ausbau des Betriebsgeländes hingearbeitet. Die Vision ist eine große weitere Produktionshalle in Schrems, auch um den Anteil an selbst erzeugten Produktgruppen zu erhöhen. An die 25 Millionen Euro sollen dafür investiert werden.

In der Elk-Gruppe soll die Mannschaft laut Stefan Schneider – einer der zwei Geschäftsführer – im ersten Halbjahr 2022 um 180 Beschäftigte aufgestockt werden. Gesucht sind demnach noch 50 Arbeiter für die Fabrik in Schrems, 70 Monteure und 60 Angestellte vom IT-Bereich bis zur Bauleitung. Neues eigenes Personal wird auch für den deutschen Markt und für ein eigenes Team in Vorarlberg aufgebaut.

2019, als die Produktion im tschechischen Schwesterbetrieb auf Fenster und Türen fokussiert und die Hausproduktion ganz in Schrems vereint worden war, war hier erst die zweite Schicht eingeführt worden, die Kapazität stieg auf 850 Häuser pro Jahr. Im Frühjahr 2021 war gegenüber der NÖN schon von einem Auftragsbestand in Höhe von 1.200 Fertighäusern der Elk-Gruppe (samt Marken Hanlo & Zenker) die Rede. Nun sprach Geschäftsführer Schneider beim Besuch von Landesrat Jochen Danninger, der sich von einer im Rahmen der Aktion „digi4wirtschaft“ gekauften Planungs-Software überzeugte, von gut 1.500 Häusern, „so viele wie nie“. Alleine am deutschen Markt habe sich das Volumen in einem Jahr auf gut 300 Häuser mehr als verdoppelt. Der geplante Umsatz der 1.200 Beschäftigten in der Gruppe sei um 20 auf 180 Millionen Euro gestiegen.

Daher müsse 2022 auch auf eine dritte Schicht erweitert werden, sagt Schneider. Dazu sei man schon in Verhandlung mit dem Betriebsrat – Nachtarbeit berge neue Herausforderungen, aber der Schritt sichere Arbeitsplätze und den Standort ab. Ziel sind erste Probeschichten ab Jänner und eine volle dritte Schicht zum Beginn des zweiten Quartals 2022.

Logistische Erleichterungen und zusätzliche Produkte

Bis da sollte auch das Ausbauprojekt für eine 8.000 bis 10.000 m² große neue Halle im Industriegebiet Schrems-Kottinghörmanns allmählich Form annehmen. Dabei geht es laut Schneider darum, die „Produktion zukunftsorientiert“ auszurichten und um gewisse Themen zu erweitern, die derzeit noch extern zugekauft werden.

Was ist der Fahrplan?

Heuer will man noch Grundstücke in der erforderlichen Dimension erwerben und zusammenstückeln, auch der Gemeinderat beschäftigt sich in seiner nächsten Sitzung mit Verkäufen an Elk. Sobald eine Standortentscheidung fallen kann, soll es in die nächste Planungsphase gehen. Bis Ende 2022 sollen die Pläne für Logistik und „Hallenlayout“ stehen, das Projekt bis 2024 oder 2025 abgeschlossen sein – und einen „Modernisierungsschub für die nächsten 15, 20 Jahre bringen“. Die Geschäftsleitung verspricht sich davon auch logistische Optimierungen zur Verkürzung der Wege, die Vorzüge weiterer Produktionszweige im eigenen Werk und weniger Schwerverkehr bzw. Umlade-Aufwand durch Anlieferungen von Sublieferanten. Inhaltlich ist für die Produktion ein Schub Richtung Digitalisierung vorgesehen.